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Ich bin, ich weiß nicht wer,
ich komm, ich weiß nicht woher,
ich gehe, ich weiß nicht wohin,
mich wundert, daß ich so fröhlich bin.

Angelus Silesius, 1624-1677  -  Der cherubinische Wandersmann


Liebe Schulgemeinschaft, liebe Leserinnen und Leser !

bald ist wieder Weihnachten und auf der ganzen Welt wird dieses Fest gefeiert. Und wie!? In allen Kaufhäusern, auf allen Marktplätzen, in Funk und Fernsehen wird dieses mediale Großereignis nun von Tag zu Tag näher und näher an uns heranrücken, uns einkreisen, auflauern bis… ja bis wir die Botschaft verstanden haben werden. Botschaft? Welche Botschaft? Ich brauche keine Botschaft, ich will nur in Ruhe gelassen werden. Ja, das ist die Botschaft: Stille Nacht, heilige Nacht, zur Ruhe kommen. Und Maria und Josef, die Hirten, die Heiligen Drei Könige, was haben die zu Weihnachten gemacht?

Sie haben sich auf den Weg gemacht.

Die Ersten kannten den Ort, hatten aber keine Herberge und Maria war hochschwanger. Die Zweiten hatten einen Traum, eine Verheißung und gingen los. Die Dritten erkannten die Zeichen am Himmel und begaben sich auf eine weite Reise. Das Ziel war in gleichem Maße in ihnen selbst wie sie es draußen in der Welt finden mussten. Dort suchten sie, unbeirrt, um in einer heiligen und stillen Nacht anzukommen. Bewegung führte zur Ruhe. Aus der Stille der Nacht entstand wiederum Bewegung.

Im Advent, der Zeit der immer stiller werdenden Natur wiederholt sich Jahr für Jahr die Zeit des Herankommens. So wie sich in der Geburt auf geheimnisvolle Weise ein Mensch der Erde nähert, kommen sich in den Zwölf Heiligen Nächten Himmel und Erde so nahe wie sonst im ganzen Jahr nicht.

Aber eine echte Begegnung muss von beiden Seiten gewollt sein. Und wie Maria und Josef, die Hirten und Könige sich auf den Weg gemacht haben, muss ein jeder auf seine Art in Bewegung geraten.

In einer Legende wird geschildert wie der Teufel alles daransetzt, den Engel Gabriel von Maria fernzuhalten und auf eindringlichste Weise wird beschrieben, wie der Schrei des Entsetzens und der Wut durchs All hallte, als es doch geschah, die Verkündigung sich ereignete und die Welt wieder in Bewegung geriet.

In Bewegung sein ist eine Kostbarkeit. Gleichzeitig wird uns mit aller Macht Bewegung und Anstrengung abgenommen. Das Auto ( etc. ) wurde zum großen Träger des menschlichen Körpers. Kino, TV und YouTube führen uns per Knopfdruck durch alle Höhen und Tiefen der menschlichen Seele und der Computer soll- wo es eben geht- unseren Verstand ersetzten und hat das längst getan, bzw. ihn übertroffen ( siehe Börsenhandel ).

Andererseits, jede Bewegung, die uns abgenommen wird, befreit uns auch. Sie versetzt uns in den Stand, noch bewusster genau das zu tun, was wir eigentlich wollen. Johannes Stüttgen, Schüler von Joseph Beuys, sagte einmal am Anfang eines Vortrages: Es wurde viel Energie aufgewandt, um mich schnell per Zug an diesen Ort zu bringen. Das kann ich nur rechtfertigen, wenn ich nun so spreche, dass mindestens genau soviel Energie in Ihnen freigesetzt wird.

Maria und Josef, die Hirten, die Könige, sie haben durch ihre Anbetung und Hingabe einen Raum geschaffen, der immer noch nachklingt. Sie haben sich bewegen lassen. Nun sind wir an der Reihe, den Raum zu durchschreiten.Nicht mehr physisch, sondern indem wir mit wachsendem Bewusstsein die Zusammenhänge erfassen.

Ohne diese Mühe wird Weihnachten zu einem der sentimentalen Postkartenbilder erstarren, die ohne Sinn und Verstand die Requisiten eines großen Missverständnisses darstellen.

Im Namen des Kollegiums wünsche ich Ihnen Frohe Weihnachten und viel Bewegung im Neuen Jahr.
                                     Ihr Reinhard Elsler

Lesen Sie in dieser Ausgabe

  • Termine
  • Klassenspiel der 6b - Das fliegende Klassenzimmer
  • Basar
  • Schülerbericht von der Themenwoche Sucht und Drogen, Wahrnehmung und Medien
  • Laufen - Klettern - Volleyball
  • Morphius an der Waldorfschule
  • Apfelfahrt mit der Minna Roeder
  • Rückblick auf das Klassenspiel der 12b
  • Kleinanzeigen und Allerlei
  • Bildungs- und Teilhabepaket
  • Ansprechpartner / Redaktionsschluss

Termine

Elternrat (ER) Mo. 20:00 Uhr in der Mensa

  • Termine stehen im bunten Jahreskalender
  • 03.12.2012
  • 17.12.2012
  • 07.01.2013
  • 21.01.2013

Dezember 2012

  • 05.12.2012 | 16:00 Uhr | Klasse 4b - kleine Weihnachtsmusik
  • 08.12.2012 | 16:00 Uhr | Klassenspiel 6b - Das fliegende Klassenzimmer
  • 15.12.2012 | 10:00 Uhr | Monatsfeier
  • 15.12.2012 | vor und nach der Monatsfeier: Basarnachverkauf im Foyer
  • 17.12.2012 | 20:00 Uhr | Elternabend Klasse 1b
  • 20.12.2012 | 10:00 Uhr | Weihnachtsspiel (für Schüler und auch Eltern)
  • 20.12.2012 | 20:00 Uhr | Weihnachtsspiel (öffentliche Aufführung)
  • eventuell Paradeisspiel - dann ab 19:15 - bitte achten Sie auf die Ranzenpost oder schauen Sie dann auf der Homepage nach.

Januar 2013

  • 15.01.2013 | 20:00 Uhr | Elternabend 4b
  • 18.01.2013 | xx:00 Uhr | Jahresarbeiten 8b
  • 19.01.2013 | xx:00 Uhr | Jahresarbeiten 8b
  • 23.01.2013 | 20:00 Uhr | Elternabend 6b
  • 28.01.2013 | 20:00 Uhr | Elternabend 10b

Externe Termine

  • 07.12.2012 | 20:00 Uhr | Bildbetrachtung im Advent, mit S.Rosenbruch
    Der Engel kam zu ihr...
    Christengemeinschaft, Tondernweg 5, 24939 Flensburg
  • 16.12.2012 | 11.30 Uhr | Adventsbasar - Geselliges Beisammensein mit Imbiss / Kaffee und Kuchen / Kunsthandwerkliches zum Verkauf
    Christengemeinschaft, Tondernweg 5, 24939 Flensburg
  • 11.01.2013 | 20.00 Uhr | Das Traumlied von Olav Åsteson. Ein 700 Jahre altes norwegisches Volkslied in Originalsprache, gesungen von Jørn Mosebekk (Harfe), begleitet auf alten nordischen Instrumenten von SveinWestad.

Das fliegende Klassenzimmer

Das fliegende Klassenzimmer
Theaterstück nach einem Roman von Erich Kästner

Ein Internat in der Vorweihnachtszeit: Als die Schauspielprobe für das Stück  „Das fliegende Klassenzimmer“ beginnt, wird plötzlich die Tür aufgerissen und der Gymnasiast Fridolin stürmt wütend herein. Die Mitschüler erfahren, dass ihr Klassenkamerad Rudi Kreuzkamm von Realschülern entführt und die Diktathefte entwendet wurden. Die Kinder machen sich auf den Weg, um ihren Freund zu retten. Werden sie es schaffen?
Ein spannender Zweikampf, eine große Schneeballschlacht - und am Ende auch ein überraschendes Wiedersehen von zwei alten Freunden.
Aber mehr wird nicht verraten!

Die Schüler der Klasse 6b laden euch ein.
Wir freuen uns auf euren Besuch!

Großer Saal der Freien Waldorfschule Flensburg
7. Dezember 2012 (intern), 10 Uhr
8. Dezember 2012 (öffentlich), 16 Uhr

Basar - Basar - Basar - Danke !!!

Seid willkommen liebe Leut, hier in dieser Schule heut!
Tradition in jedem Jahr ist der Waldorf-Schul-Basar.
Wollt ihr schöne Dinge sehn, müsst ihr durch die Schule gehen.

… Auch in diesem Jahr blicken wir auf einen Basar zurück, auf dem es viele schöne Dinge zu sehen und zu erleben gab, kulinarische Köstlichkeiten zu genießen und musikalische Darbietungen zu hören waren. Es war eine gelungene Veranstaltung für die ganze Familie, wo bei Groß und Klein keine Langeweile aufkommen konnte. Es war eine wunderschöne, entspannte Atmosphäre die an unserer Schule lebte an diesem Tag und von den organisatorischen Höchstleistungen die auch in diesem Jahr wieder vollbracht wurden, war auf dem Basar kaum etwas zu spüren.
Und dennoch ist diese Meisterleistung keineswegs selbstverständlich und wir bedanken uns von ganzem Herzen bei der Schulgemeinschaft und allen die dazu beigetragen haben, dass auch der Basar 2012 zu einem Erlebnis für uns alle werden konnte und wir an unserer Schule damit eine wunderschöne, gereifte und liebevoll gepflegte Tradition fortführen können.
Allen eine besinnliche und schöne Adventszeit.
        
      Der Elternrat

Eine Woche zum Thema Sucht und Drogen, Wahrnehmung und Medien

Herbert Himmelstoß ist Waldorflehrer und Kunsttherapeut. Seit einigen Jahren bietet er Vorträge und Seminare, aber auch Epochenunterricht zu diesem Themenkreis an. Dankenswerterweise war er bereit, in der Woche nach den Herbstferien im Rahmen einer kleinen Epoche mit der 11. Klasse zu allgemeinen Suchtthemen zu arbeiten.

Äußerst detailliert, kenntnisreich und vor allem ohne Vorurteile legte er die Wirkungen weit verbreiteter Drogen dar, „aufgepeppt“ mit Erzählungen eigener Erlebnisse. An die Tafel zeichnete er sogenannte Drogenmännchen, die ihm als Erklärungsbasis dienten, um die Auswirkungen der verschiedenen Drogen auf das Geistige des Menschen zu verdeutlichen. So erklärte er zum Beispiel die Gefahr einer Psychose bei THC-Konsum, indem er das Bewusstsein um den Körper herum zeichnete – nicht unähnlich einer Aura. Damit machte er anschaulich, dass durch die mögliche Psychose Körper und Geist voneinander getrennt werden können. Durch Wahrnehmungsübungen machte er das auch erlebbar, sodass seine Ausführungen nicht einfach nur in den Raum gestellt wirkten.

Natürlich versäumte er auch nicht, uns im Blick auf harte Drogen mit ebenso harten Fakten zu schockieren. So informierte er uns über die teilweise angewandten Methoden der Drogen-Streckung. Und er machte deutlich, dass eine Sucht in so ziemlich jedem Zusammenhang entstehen, ihr aber auch eigenständig vorgebeugt werden kann. Man kann die Erlebniskräfte eines Kindes schon früh stärken, indem man ihm etwa ermöglicht, ein Musikinstrument zu erlernen. Entscheidend wird immer sein, dass das Ich des Menschen jederzeit in der Lage ist, sein Denken, Fühlen und Wollen zu „regieren“.

Die 11. Klasse ging erfüllt und mit erweiterten Kenntnissen aus dieser Vortragswoche. Und es blieben tatsächlich kaum noch Fragen offen!

Antonia, Frithjof, Wolfgang (11. Klasse)

Laufen - Klettern - Volleyball

Wer die vergünstigte Anmeldemöglichkeit zum Adventlauf noch nutzen möchte, muss bis spätestens Freitag den, 07.12.12 einen Umlschlag mit Name, Jahrgang, Strecke und 3,50 Euro an Stefan Riedel geben.

Wir freuen uns, einen weiteren Termin zum Klettern anbieten zu können: Mittwochs, 18.00 bis 20.00 Uhr. Wer dann noch nicht genug Sport hatte, kann anschließend bis 22.00 Uhr am Volleyball teilnehmen.

Dies in Kürze, nähere Infos unter Telefon 04602-96664 oder Mail familie.riedel@versanet.de bei
Stefan Riedel

Morphius an der Waldorfschule

Vor einigen Wochen hatten einige Klassen die Gelegenheit, den aus Ghana stammenden Trommler Morphius Eurapson-Quaye kennenzulernen und mit ihm eine Schulstunde zu verbringen. Seine   eindrucksvolle Persönlichkeit und seine kompetente, liebevolle Herangehensweise verbunden mit dem afrikanischen Lebensgefühl wird bei vielen Kindern Eindruck hinterlassen haben. Hier nun einige Informationen zur Person und zum Hintergrund seiner Arbeit an deutschen Schulen:

Morphius hat früher an der Universität von Winneba „Traditionelle Musik“ gelehrt und ist einer der virtuosesten Trommler Ghanas. Vor einigen Jahren hat er das „Centre for talent expression“ gegründet, in dem junge Menschen ohne Perspektive eine Ausbildung erhalten können, z.B. in  Musik, Theater, Computer, Schneidern, Hairstyling oder Kochen. Nach der Ausbildung gelingt es meistens, die Absolventen an Arbeitsstellen zu vermitteln. Da die Auszubildenden kein Geld haben (es werden nur Kinder der ärmeren Bevölkerung im Centre aufgenommen) ist die Arbeit auf Unterstützung durch Spenden angewiesen, insbesondere momentan, da das Gebäude zu klein geworden ist und ein neues errichtet werden muss. Dafür werden die Steinblöcke vor Ort einzeln aus Sand und Zement gegossen, weil das billiger ist als Steine zu kaufen.

Morphius kommt seit einigen Jahren für mehrere Wochen nach Europa, um hier das Geld für sein Lebenswerk zu erarbeiten, indem er vor allem an Schulen trommelt und Spenden sammelt. Nachdem er in den letzten Jahren lediglich 2-3 Tage hier zu Gast war und vornehmlich im Amt Geltinger Bucht getrommelt hat, ist es in diesem Jahr  erstmals  gelungen, ihn für eine ganze Woche in unsere Region zu holen, so dass sein Einsatz  an der Waldorfschule in Flensburg möglich wurde. Da er sich in Angeln sehr wohl gefühlt hat,  hoffen wir, dass wir ihn  im nächsten Jahr wieder eine ganze Woche bei uns zu Gast haben können, sowohl zum Trommeln in Schulen als auch in Workshops für Erwachsene.  Für weitere Infos stehe ich gerne zur Verfügung.
Bernd Jochimsen (04643/686)





Minna Roeders Apfelfahrt 2012

Wie in jedem Jahr fand in den Herbstferien die mittlerweile 32. Apfelfahrt des Museumshafen Flensburg unter kräftiger Mitwirkung der Minna-Roeder-Leute statt. Am Freitag, 19.10. segelten die kleinen offenen Boote bei Sonne und leichtem Wind nach Kollund-Mole zum „Æblefest“, um 20 Kisten Äpfel zu holen. Die großen Schiffe fuhren dazu nach Glücksburg. Unsere Jollen „Minna“, „Abbi“ und „Arwed“ waren mit 17 Seglern von 5 Jahren an aufwärts gut besetzt, die in Kollund mit Kuchen und Wurst bewirtet wurden. Das waren: Almut, Anita, Anna, Carsten, Christina, Elke, Hannes, Hännes, Herbert, Ingo, Joke, Jonas, Michael, Sabine, Skadi und Thomas. Wer mitsegelt, der muss auch mitarbeiten! Und das taten wir dann beim Hökern auf dem Apfelmarkt am Samstag und Sonntag mit unserem Stand auf dem Bohlwerk des Museumshafens. Wieder wurden fast 1 Tonne Äpfel zu Saft verarbeitet und viele Besucherkinder am Äpfelmahlen und -pressen beteiligt. Die Äpfel waren vorher in Unnewatt gesammelt worden. Der frische warme oder kalte Saft und die leckeren „Minna-Roeder-Apfelwaffeln“ (aus 80 Litern Teig) wurden zugunsten des Museumshafens an Frau, Mann und Kind gebracht. Dabei halfen außerdem: Bärbel, Bernd, Claudia, Eliah, Gustav, Helmut, Jaga, Jochem, Jule, Katharina, Kim-Lea, Marga, Raffael, Rudi, Silke und Zoe. An unserem neu errichteten Lüttfischersteg konnten geschickte Ruderer bei der „Kleinen Apfelfahrt“ einen hängenden Apfel mit dem Beiboot einfangen, oder es konnte eine Hafenrundfahrt mit Smakkejolle erlebt werden. Das Wetter war freundlich, der Besuch gut. Besonders viele Familien kamen zu unserem „gemütlichen Hafenfest“ (Flensburger Tageblatt vom 22.10.). So wurde es eine runde und schöne Veranstaltung, die durch das Zusammenwirken Vieler so gut gelang und allen Spaß gemacht hat!
Die Boote sind inzwischen im Winterlager und warten auf die Überholungsarbeiten für die nächste Segelsaison.

Und: Der „Minna-Kalender 2013“ ist fertig und kann beim Basar für 10 € und dann in der Buchhandlung „Regenbogen“ erworben werden.

Johannes Luckhardt

Gnadentod – ein Theaterstück über Euthanasie von Ingrid Storz - Erlebnisse und Erfahrungen beim Einstudieren und Aufführen

Rahels Bericht ( die Erinnerungen der Theaterpädagogin R.Thomsen mit der wir arbeiten konnten)
6 .August 2012, 11 Uhr.
Ich sitze in einem Klassenraum der freien Waldorfschule in Flensburg und schaue 34 -  mehr oder weniger - erwartungsvollen Zwölftklässern ins Gesicht. Das Eine oder Andere kommt mir bekannt vor, manch eines erkenne ich kaum wieder und erinnere mich an die Zeit, als wir alle ein paar Jahre jünger waren und ich die Baby -  Sitterin von manch einem war. Wie die Zeit vergeht... dieser Gedanke kommt mir mit meinen 23 Jahren, wie muss sich dann erst jemand fühlen der 60 ist?
Eine solche Frau sitzt neben mir, Frau Naefe Storm, Lehrerin für Geschichte und Deutsch an dieser Schule und für die nächsten 4 Wochen meine unersetzbare Kollegin bei der Inszenierung des Klassenspiels dieser Schüler um uns herum.
Ob die so begeistert davon sind, dass ihnen jemand Fremdes etwas zu sagen hat der auch erst 5 Jahre älter ist? Und ob sie mich siezen oder duzen sollen? Das „Sie“ schafft direkt mehr Autorität und würde somit etwas helfen, aber im Theater gibt’s eigentlich nur das „Du“ – dann mal rein ins kalte Wasser und sehen was passiert.
Ein bisschen was erzählen, erste Aufgaben verteilen und dann die erste Probe mit mir allein.
Alle holen die Textbücher raus, sie wollen wohl anfangen zu proben, manche sind ein wenig unsicher, weil sie wahrscheinlich ihren Text noch nicht gelernt haben, andere möchten ihn unbedingt zum Besten geben und zeigen was sie können – dann fang ich mal an mit theaterpädagogischer Grundlagenarbeit, Ballspielen, Kennenlern - und Vertrauensübungen, die Frage, was eigentlich eine Rolle ist und braucht, um spannend auf der Bühne zu sein, ist auch zu klären und so einiges mehr.
Textbücher landen nach und nach wieder in den Taschen, die Atmosphäre entspannt sich und auch ich merke langsam, dass das Du doch eine gute Entscheidung war und – warum auch immer – an meiner Autorität nicht weiter gezweifelt wird.  
Schnell merke ich, dass diese Klasse ohne gedankliche Beteiligung, ohne den Ansatz einer Erklärung, warum sie nun die Augen schließen und einen Kreis finden und nicht ihren Text auswendig lernen sollen, unzufrieden und unruhig wird. Die nächste Gelegenheit ergreife ich,
 rufe alle zum Kreis zusammen – 34 Gesichter schauen mich mit der Erwartung an, nun einen Vorwurf von mir zu bekommen, - sie wissen ja wie der Hase in der Schule läuft, wenn etwas nicht so ist wie ein Lehrer das gern hätte. Stattdessen frage ich nach Schwierigkeiten und Problemen mit dieser Übung, ihr Intellekt ist angesprochen und schnell entsteht ein spannendes Gespräch über Notwendigkeiten des Spiels auf der Bühne und den Zusammenhang  zwischen Schauspiel und  der vorangegangenen Übung wird klar. Sie verstehen, warum ich dieses Spiel ausgewählt habe. Verstehen, dass wir  diese so lästigen Übungen  im Spiel umwandeln müssen, um ein Zusammenspiel der Figuren auf der Bühne erlebbar zu machen.
Also wieder raus aus dem Kopf, rein ins Erleben und die gleiche Übung in abgewandelter Form noch einmal.

Beate Naefe – Storm  erinnert sich:
Das war ganz schön schwer – nicht nur für die Schüler/innen auch für mich.Ich sah auf den Kalender und kriegte kalte Füße – nur noch 3 Wochen bis zur Aufführung!
Zusätzlich waren nicht alle Schüler/innen begeistert, was soll das – uns läuft die Zeit weg – alberne Spiele. Nur die, die schon schauspielerische Erfahrungen hatten , blieben entspannt und begeistert.

Rahels Bericht:
Plötzlich ist eine Arbeitsatmosphäre entstanden, die Schüler schauen selber genauer hin, wissen worauf es ankommt und probieren sich aus. Geben sich ein Feedback und sind gemeinsam am Prozess beteiligt.
Mit dem Moment wusste ich, wie ich diese zwölfte Klasse leiten kann, um genau das zu erreichen was das Klassenspiel in der zwölften erreichen möchte – dass die Schüler wissen wie das Spiel auf der Bühne funktioniert und möglichst selbstständig ihr Stück erarbeiten.
Mein Wunsch war zusätzlich, dass sie durchs Erleben verstehen, dass Theater nur gemeinsam funktioniert und von Begriffen wie „richtig“ oder „falsch“ bald keiner mehr zu sprechen braucht.
Immer öfter gab es nun Momente, in denen die skeptischen Gesichter mir gegenüber in Begeisterung und Arbeitseifer umschlugen und etwas vom Geheimnis einer Szene, der Erarbeitung einer Rolle oder dem improvisierten Spiel auf der Bühne verstanden hatten.
Drei vielleicht auch vier  Minuten saßen wir gemeinsam im Kreis und warteten darauf, dass sich jemand von der grauen Masse an Schülern für eine Aufgabe meldet, der noch kaum was zu seiner Aufgabe gemacht hat – schwer für all diejenigen auszuhalten, die sich schnell für alles melden und sich damit überfordern. Doch wir wollten, dass alle gemeinsam dieses Stück erarbeiten, und nicht einzelne Vieles und viele nur vereinzelt etwas tun.

Milan erinnert sich:
Anfangs dachte ich, es wäre alles kein Problem für mich dies Rolle zu spielen , einen SS – Mann, doch ich bemerkte nach und nach, das ich an meine Grenzen kam.Meine Freundin sagte zu mir, dass ich mich teilweise ganz anders verhalte, eine andere Körperhaltung hätte.

Rahel erinnert sich.
Erst im Laufe der Proben ist mir die Größe meiner Rolle bewusst geworden. Mit Größe meine ich die psychische Auseinandersetzung,  mit der ich sowohl bei den Proben ,als auch zu Hause konfrontiert  wurde.

Jonna erinnert sich:
Es gab Tage, da ist einem fast der Kopf geplatzt.ich habe immer wieder nachgedacht, wie es wäre, wenn meine Familie und ich in dieser Zeit gelebt hätten. Mein Bruder ist selber geistig behindert und das hat mich sehr oft bei unsrer täglichen Gesprächsrunde, sehr nachdenklich und auch traurig gemacht.
Mich hat diese Thema so bewegt, dass ich nachmittags so sehr geschafft war, und ein paar Stunden schlafen musste. Nachts träumte ich oft von meiner eigenen, aber auch von den anderen Figuren

Johanna  erinnert sich:
Für mich bedeutet dieser Weg der Improvisation, den  wir gegangen sind, das Entstehen der Wahrheit im Augenblick. Denn was im Moment entsteht, hat eine Wahrheit und ist in diesem Moment richtig. Nur so konnte das Thema erträglich werden für den Zuschauer

Rahels Bericht
  „Gnadentod“ erzählt von einem Mann, der in den Augen der Nazis geisteskrank ist und anstelle der angekündigten Operation vergast wird. Es tauchen Vergewaltigungen auf, brutalste Hetze gegen die Juden, Fragen nach der Wertigkeit des Lebens –  und die Frage,wann beginnt es eigentlich - erst mit der Geburt, oder bereits mit der Zeugung? - das beklemmende Erlebnis, irgendwie nachvollziehen zu können, dass man einem stark behinderten Menschen vielleicht lieber dieses – von außen gesehene – Leid ersparen könnte und die Angst, diesen Gedanken überhaupt zu äußern. Es taucht die Frage auf, ob man es mit sich vereinbaren kann, einen grässlichen besoffenen Nazi zu spielen, ob man mit sich vereinbaren kann einen überzeugten Hitlergruß auf die Bühne zu brüllen und ob man es eigentlich den eigenen Großeltern zumuten kann, sich dieses Stück anzuschauen. Und überhaupt, wenn das Naziregime behinderte Menschen  als unwert deklariertes Leben vernichtet hat, was tun wir dann heutzutage mit der gezielten Erkennung und Abtreibung von Kindern mit Behinderungen?
Tiefe Fragen entstanden für jeden einzelnen Beteiligten an diesem Klassenspielprojekt, und nicht wenige waren plötzlich mit ihren eigenen Themen konfrontiert.
Die bewusste Herangehensweise an das Stück über die Arbeit mit der Figur und ihren emotionalen Facetten war für unsere heutzutage doch recht verkopften Schülerinnen und Schüler ein Schlüssel zu sich selbst und tiefsten, eigenen Fragen. Vor einem fertigen Stück und dem Ziel, dieses zu einer Aufführung zu bringen, entstand so ein geschützter und sicherer Rahmen, diesen Fragen einen Raum zu geben und keine Antworten finden zu müssen.
So haben wir auch zwei neue Rollen ins Stück eingebaut, die genau diese Fragen dem Publikum stellten und einen historischen Hintergrund lieferten. Ohne Antworten zu geben, ohne mit dem Zeigefinder aufzuzeigen, entwickelten die Schüler dadurch die Möglichkeit, während des Stückes immer wieder in die heutige Zeit und die Möglichkeit der Reflexion über das Vergangene zu kommen.

Marie erinnert sich:
Seit den Proben ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich in vielen Situationen darüber nachdenke, was Eugenie – meine Rolle –  an meiner Stelle wohl gedacht, gesagt oder getan hätte.

Maren erinnert sich:
Unser Stück hat mir nochmal deutlicher die Macht des NS -Regimes gezeigt. Wie schleichend und scheinbar unausweichlich die Ausbreitung des Nationalsozialismus von statten ging.

Rahels Bericht
 Unsere Zuschauer bei jeder Aufführung tief berührt, fühlten sich angesprochen und emotional durchs Stück geführt ohne etwas übergestülpt zu bekommen.   
Die authentische schauspielerische Leistung der Jugendlichen – gerade dadurch, dass sie sich nicht am Text festklammern mussten, sondern wussten, wie ihre Figur empfindet, was ihr Ziel ist und warum sie überhaupt auf die Bühne geht – war am Ende von allen Zuschauern gelobt und sehr beeindruckend.  Auch soufflieren  wurde durch die Kunst der Improvisation überflüssig und die Aufführungen wurden von Mal zu Mal intensiver, neue Facetten der Figuren zeigten sich uns und mein Respekt vor dem, was aus dem anfangs skeptisch aufgenommenen und hinterfragten Konzept trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, geworden ist, wurde von Tag zu Tag größer.
Es ist tief beeindruckend zu erleben, wie die Schüler einer zwölften Klasse plötzlich lebendig werden,  weg kommen vom ewigen Hinterfragen und  aufhören,nur Dinge zu tun, die intellektuell einen Sinn ergeben. Wenn Schüler, die mich anfangs ohne jegliche Regung oder Antwort einfach nur anschauten, wenn ich etwas von ihnen wollte, plötzlich sprechen, verstehbar sind und sich mimisch und körperlich ausdrücken. Wenn eine solche Entwicklung von der Klassengemeinschaft wahrgenommen und mit Freude gestützt wird ,ist es besonders schön.
Die 34 Gesichter die mich am Ende anschauten hatten zum Teil Tränen in den Augen, sprachen von Dankbarkeit und Stolz auf das gemeinsam Erreichte.

Salome erinnert  sich:
Am Anfang war ich überhaupt nicht überzeugt von dem Stück, doch inzwischen bin ich wirklich froh, dass wir dieses ausgesucht haben. Es war teilweise sehr hart, aber wenn man das Endergebnis sieht, merkt man, dass sich harte Arbeit wirklich lohnt.
Das Stück sagt mir : Wir müssen den Mut haben, die Wahrheit zu sagen,

Eine Mutter erinnert sich:
Gelingt es einer einer Klasse bei einer Schüleraufführung, die Mitschüler so zu fesseln, dass sie von Anfang bis Ende still bleiben und am Ende eine Zeit brauchen, um schließlich zu applaudieren, dann kann jeder, der keine der Aufführungen sehen konnte, wissen, dass es wirklich fesselnd war. Es hat sich für gelohnt, das Stück, vor allem die DarstellerInnen in den verschiedenen Rollen zu erleben, jede/r ist so sehr in die jeweilige Rolle eingestiegen und hat sie überzeugend dargeboten, dass das Publikum einfach  mitgenommen wurde auf die Reise in die Vergangenheit und Gegenwart. Die  besonderen Gefühle, die das bei mir ausgelöst hat, waren auch in den Gesichtern aller anderen Zuschauer in der Pause und am Ende zu sehen. Ein großes Kompliment und Dankeschön an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.
 Wiebke Frey
 
Für mich waren es die schönsten Wochen meines 17 jährigen Lehrerlebens- danke.
Zusammengestellt  von Beate Naefe- Storm aus den Berichten aller Beteiligten.

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Bildungs- und Teilhabepaket

Sehr geehrte Eltern,
viele wissen es scheinbar noch nicht: Das Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT) unterstützt Familien mit geringem Einkommen z.B. beim Schul-Essen, bei Klassenfahrten und mehr.
Weitere Informationen zum Bildungspaket finden Sie unter: www.bildungspaket.bmas.de.

Adressen, Ansprechpartner

Schulleitungskonferenz (SLK)
Reinhard Elsler, Petra Janner-Schmid, Holger Langen, Lotte Mertes, Malte Pontoppidan

Vorstand
Reinhard Elsler, Hans-Wilhelm Lange-Mildenstein, Stefan Riedel, Dörte Schläger-Carstensen, Franz Voß, Inge Wichelhaus | Koordination: Henning Fitsch (0461-90325-0)

Elternrat
Ansprechpartner: Jörg Carstensen (04638-1529), info[@]waldorfschule-flensburg.de

Redaktion

Jörg Carstensen, Reinhard Elsler, Henning Fitsch, Henrik Köhn, Karl-Dietrich Wilske

Redaktionsschluss und -erreichbarkeit

Der nächste Moka erscheint Mitte Januar 2013. Beiträge hierfür senden Sie bitte bis zum 09.01.2013 an moka[at]waldorfschule-flensburg.de

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