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MonatsKalender Mai 2007

Tafelzeichnung: HKU

Liebe Leserinnen und Leser,

Der Mai ist gekommen und die Bäume sind schon im April ausgeschlagen. Über das schöne Wetter freuten sich Jung und Alt - und das ist schön und gut!

Kürzlich wurde der dritte Teil des UNO-Klimaberichtes veröffentlicht. Seit der Veröffentlichung des ersten Teils ist nun amtlich, was schon vor dreißig Jahren zur Öko-Bewegung und vor neunzig Jahren zur Begründung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft geführt hat: Die Erkenntnis, dass die Erde des Menschen nicht weniger bedarf als der Mensch der Erde.

Der Klima-Bericht zeichnet in seinen beiden ersten Teilen ein erschreckendes Szenario für den Fall, dass wir unsere industrielle Lebensweise nicht radikal mit der Ökologie versöhnen. Der dritte und letzte Teil nennt jetzt eine Jahreszahl, bis zu der ein globales ökologisches Desaster noch verhindert werden kann: 2015 - von heute an gerechnet sind das acht Jahre.

In der jüngsten Ausgabe der "ZEIT" schrieb Jochen Bittner, die Energiesparlampe habe möglicherweise das Potenzial, einen Atomkrieg zu verhindern: Die ökologische Frage ist längst zur sozialen Frage geworden, bei der es für immer mehr Menschen um das nackte Überleben geht.

Das alles ist nicht neu. Neu ist, dass in diesem Jahr die Bienen verschwinden: an der amerikanischen Westküste fast 60 Prozent der Bienenvölker, an der Ostküste und in Texas schon mehr als 70 Prozent. Auch in Europa wird dieses Phänomen beobachtet, allerdings noch nicht in diesem Ausmaß. Unerklärlicherweise findet man keine gestorbenen Bienen - sie sind einfach weg!

Was hat das mit der Waldorfschule zu tun? Bitte lesen Sie weiter unten ein paar Gedanken zu einem Thema, das uns alle beschäftigen sollte.

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Im Schulsekretariat kann ein Ausdruck des MoKa abgeholt werden. Eine anregende Lektüre und einen schönen Mai wünscht Ihnen

Ihr Henning Kullak-Ublick

Lesen Sie in dieser Ausgabe

  • Termine
  • Das Bienensterben und die Pädagogik
  • Schulcafé "Stulle"
  • Kleinanzeigen
  • Ansprechpartner

Termine

Elternrat

  • 7.05.07
  • 21.05.07
  • 5.06.07

Das Bienensterben und die Pädagogik

Nur was man liebt, schützt man auch.

Johannes Stüttgen, Künstler und Meisterschüler von Joseph Beuys, sagte in einem Interview, das ich vor mehr als zehn Jahren für die "Flensburger Hefte" mit ihm führte, einen bemerkenswerten Satz: "Die Erweiterung des Ozonlochs kann nur durch die Erweiterung des Kunstbegriffs gestoppt werden."

Alle ökologischen und sozialen Probleme der Gegenwart sind Bewusstseinsfragen und als solche auch Erziehungsfragen - zunächst der Jugend, später der Selbsterziehung: Bin ich gewillt, die Welt in ihrer Wirklichkeit zu sehen und entsprechend zu handeln oder bin ich dazu zu bequem? Eine Grundfrage an die Pädagogik lautet daher: "Wie können die Kinder die Welt als lebendigen Organismus erkennen lernen?"

Wenn wir ein technisches Gerät bedienen wollen, genügt es, die Funktion der Bedienknöpfe zu verstehen. Bei komplizierten Geräten bedarf es eines zusätzlichen Wissens, das aber aus einem Handbuch gelernt werden kann. Diese Art des Denkens vermag das Fertige, Gesetzmäßige, Tote zu erkennen und zu handhaben. Es bildet die Grundlage unserer technischen Zivilisation.

Auch das Lebendige kann man auf diese Weise betrachten, indem man es misst, wiegt, zählt, analysiert, katalogisiert. Eine solche Betrachtungsweise liegt beispielsweise der industriellen Pflanzen- und Tierproduktion zugrunde, die durch die gezielte Zufuhr einzelner chemischer Substanzen oder Nahrungsmittel Ertragssteigerungen bewirken will. Die Natur wird zum komplexen, manipulierbaren Mechanismus.

Eine ganz andere Betrachtungsart entwickelte Goethe, indem er die Naturerscheinungen in ihren Verwandlungen studierte. Nach jahrelangen Studien veröffentlichte er seine fundamentale Schrift "Die Metamorphose der Pflanze", die den Weg zu einer Naturerkenntnis des Lebendigen bahnte. Rudolf Steiner sagte 1918 über diese Erkenntnismethode, vielleicht könne erst im nächsten - also unserem - "Jahrtausend im Sinne Goethes gedacht (werden), was aus der Goetheschen Anschauung, aus dem Goetheschen Vorstellen und Empfinden werden kann."

In der Schule geht es darum, der Jugend Erkenntnisinstrumente zu vermitteln, mit denen sie die Aufgaben ihrer Zeit lösen kann. Die industrielle Revolution verdankt ihre großartigen Erfolge dem Siegeszug des mechanistischen Denkens. Heute ist es an der Zeit, vom mechanischen zum lebendigen Denken aufzusteigen. Anders kann die Welt nicht als Organismus verstanden und geheilt werden.

Die ökologischen und sozialen Krisen unserer Zeit sind von Menschen gemacht. Die Zukunft der Erde wird immer mehr das Ergebnis unseres Denkens über sie sein. Damit ist zur Existenzfrage geworden, dass sich die Menschen auch über ihr eigenes Verhältnis zur Welt aufklären. Über dem Eingang zum Orakel von Delphi stand das uralte Mysterienwort "Erkenne dich selbst!" Selbsterkenntnis und Welterkenntnis sind die beiden Seiten der gleichen Medaille: Behandeln wir die Erde weiter als Mechanismus, dann stirbt sie! Reduzieren wir den Menschen auf seine ökonomische und triebgesteuerte Existenz, verliert er seine Menschlichkeit.

Es genügt heute nicht mehr, den Kindern "neben" dem üblichen Lernstoff auch noch ein paar ethische oder ökologische Grundsätze beizubringen. Was gebraucht wird sind vielmehr Begegnungsorte, in denen sie die Welt mit ihren Herzen, mit ihrem Willen und mit ihrem Verstand begreifen und gestalten lernen. Bei jedem Schritt des Lernens müssen das Denken, das Fühlen und der Wille gefordert und angeregt werden. Nur so kann in jedem einzelnen Menschen eine Ethik veranlagt werden, die er aus individueller Erfahrung und selbstständiger Erkenntnis ein Leben lang weiter entwickeln kann.

Die Schule der Zukunft wird auf immer wieder neue Weise versuchen, den Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Welt zu vermitteln, indem sie ihnen hilft, die Welt zunächst in ihrer Vielfalt lieben zu lernen, mit ihren Händen an ihr zu arbeiten und schließlich ein strenges, am Lebendigen geschultes Denken zu erüben. Was ich in der Schule lerne, muss ich auch fühlen, was ich fühle, muss ich denken können - und was ich denkend fühlen oder fühlend denken kann, muss ich zur Tat werden lassen können!

Die Waldorfschule versucht auf vielfältige Weise, dieses Ideal zu verwirklichen. Wenn die Kinder in der ersten Klasse die Verwandlungen verschiedenster Formen nachschaffen, üben sie mit allen ihren Seelenkräften. Was sie in der Geometrie der Mittelstufe erkennen, spiegelt sich in der Oberstufe, wenn in der Projektiven Geometrie die Welt aus ihrem Umkreis heraus gedacht wird. Im Lauschen auf die Märchen lernen die Erstklässler, wie die Geschöpfe der Welt miteinander sprechen. Später, im naturwissenschaftlichen Unterricht der Mittelstufe, lernen sie die Naturreiche in ihren Beziehungen zueinander und zum Menschen kennen, indem sie sich künstlerisch mit ihnen auseinandersetzen. In der Oberstufe geht es schließlich um das selbstständige Erkennen, das natürlich den aktuellen Stand der Wissenschaft zugrunde legt, dann aber zu einer Erkenntnis des Lebendigen weiterführt.

Wenn wir die Bienen wieder auf die Erde rufen wollen, müssen wir lebendig denken lernen und die Erde als Organismus, als lebendiges Wesen, erkennen. Dann können wir den Kindern helfen, sie zu lieben und daraus ihre Erkenntniskräfte zu entwickeln.

Ich glaube natürlich nicht, dass wir an unserer Schule schon alles richtig machen. Ich glaube aber auch nicht, dass es gleichgültig ist, ob wir uns darum bemühen oder nicht. Es gibt auf diesem Gebiet kein "fertig". Verstehen wir - Eltern, Lehrer und Schüler - uns als übende Gemeinschaft? Wir haben mit der Waldorfpädagogik ein Füllhorn an Möglichkeiten, unsere Kinder auf die drängendsten Fragen unserer Zeit vorzubereiten. Bei allen kleinen oder größeren Alltagsproblemen sollten wir immer wieder neu versuchen, uns auf das Wesentliche zu besinnen - dann werden wir auch die noch ungehobenen Schätze finden.

Henning Kullak-Ublick

Stulle Schulcafé

Flensburg, den 23.04.2007

Liebe Schulgemeinschaft,

nach den ersten Monaten in den neuen Räumen der STULLE haben wir uns jetzt "sortiert" und möchten Euch / Ihnen berichten.

Zunächst einmal freuen wir uns sehr, unseren Koch, Marcus Seemann, vorzustellen, der auf 400EUR - Basis für ein warmes Mittagessen sorgt, die Bestellungen regelt und für die Organisation rund ums Mittagessen verantwortlich ist. So können wir jetzt Mittagessen von 12.15 Uhr bis 13.30 anbieten! Bitte bestellen Sie Ihr Essen im Voraus bis spätestens bis 10.00 Uhr des jeweiligen Tages! Spätere Bestellungen können wir u.U. nicht mehr entgegen nehmen, da wir sehr genau rechnen müssen, um die Preise niedrig zu halten. Bestellungen nehmen wir in der STULLE (9.30 bis 13.30 Uhr) oder aber auch per Telefon oder Fax (0461 - 90 325 36) von 8.00 bis 14.30 Uhr entgegen.

Dank der aushängenden Essenspläne ist es möglich, auch schon Tage oder Wochen im Voraus zu bestellen. Den Essensplänen liegt ein bestimmtes Konzept zugrunde, das auch die Ergebnisse einer Umfrage unter unseren Schülern im letzten Jahr berücksichtigt. Unter den warmen Gerichten waren Nudeln u. Pizza mit 108 u. 98 Stimmen die Spitzenreiter, waren aber immerhin dicht gefolgt von gewünschter "Abwechslung" mit 75 Stimmen. 137 Schüler möchten mittags gerne Nachtisch essen und 113 Schüler würden auch einen Salat nehmen. (Leider wollen die meisten (173) nicht mehr als 2,- EUR pro Mittagessen ausgeben. Das stellt uns vor Probleme, denn zaubern können wir noch nicht......)

Daher gibt es also einmal die Woche Pizza u. ein Nudelgericht an jeweils wechselnden Tagen. Mit Nachtisch u. Salat müssen wir noch ein bisschen üben, bitte habt noch ein bisschen Geduld....

Die Essenpläne finden Sie im Foyer (Glaskasten), in der STULLE, im Lehrerzimmer u. im Hort.

Sehr gerne bieten wir auch unser "STULLE-Abo" (für bestimmte Wochentage oder Wochen im Voraus) an. Das erleichtert das Bestellen sowohl für Sie als auch für uns. Bei Änderungen ihrer Pläne müssten Sie dann bitte auch bis spätestens 10.00 Uhr des jeweiligen Tages Bescheid sagen, dann können wir Ihnen ihr Geld wieder auszahlen. Wir bitten, möglichst bei der Bestellung auch gleich zu bezahlen. Das erleichtert die Essensausgabe. Abonnenten zahlen monatlich im Voraus. Ein Mittagessen kostet 2,50EUR für Mitglieder der Schulgemeinschaft.

Auch wir brauchen einmal Pause u. Zeit für unsere Teambesprechung. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir von 10.00 bis 10.20 Uhr "die Jalousie runterfahren".

In weiterer Planung sind einheitliche Gutscheine für die Stulle, so dass Sie ihren Kindern nicht unbedingt Geld in die Schule mitgeben müssen.

WER MITHILFT, BEKOMMT ETWAS UMSONST! Hast Du mal 10/20 Minuten Zeit? Wir können jeden Mitarbeiter gut gebrauchen!Zu unserer Freude ist jetzt auch das Gesundheitsamt bereit, die für die Mitarbeit in der STULLE notwendigen Hygienebelehrungen an der Schule durchzuführen. Die Kosten für die Erwachsenen trägt die STULLE, für Schüler ist die Belehrung kostenfrei. Bitte meldet Euch an bei Bettina Bliese (Tel.: 04662-4065, bitte sprecht auf den Anrufbeantworter) oder direkt bei der STULLE. Den Termin für die nächste Schulung geben wir bekannt, wenn genug Anmeldungen eingegangen sind.
Zum Schluss bitten wir noch einmal alle, das Geschirr in die STULLE zurückzubringen!!!

Guten Riesenhunger u. genüssliches "Krafttanken" wünscht Euch / Ihnen,
das STULLE - Team.

Adressen, Ansprechpartner

Schulleitungskonferenz (SLK)
Herr Bennett, Herr Fitsch, Herr Kullak-Ublick, Herr Röh, Herr Tilly

Vorstand
Frau Willimzig-Brozus, Frau Clasen, Herr Dr. Hautz, Herr Koch, Herr Kullak-Ublick, Herr Langer, Herr Riedel, Frau Schläger-Carstensen
Koordination: Herr Fitsch (0461-90325-0)

Elternrat
Ansprechpartner: Frau Brück (04631-8705), Herr Carstensen (04638-1529)

Vertrauenskreis
Herr Elsler (04608-6775), Herr Fliege (04632-875087), Frau Hillendahl (04638-7523), Frau Boderius (04602-750), Herr Schmid (04602-1386)

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