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MonatsKalender Spätsommer 2007



Liebe Leserinnen und Leser,

Unsere "Finanzlückenfeier" auf der Kieler Krusenkoppel hat viel positive Resonanz gefunden - nicht zuletzt bei den Abgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtags, von denen nicht wenige ihre Sitzungspausen nutzten, um sich selbst ein Bild von dem bunten Geschehen zu machen. Oftmals war hinter der Bühne Staunen und Anerkennung darüber zu hören, mit welchem Engagement und mit wie viel Phantasie sich die Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer für ihre Schulen einsetzen. Weiter unten finden Sie dazu weitere Berichte, Reaktionen, Anmerkungen. Schon hier aber möchte ich im Namen des Vorbereitungsteams einen riesigen Dank an alle richten, die diese Veranstaltung durch ihre Teilnahme zu dem gemacht haben, was sie dann werden konnte!

Seit einiger Zeit geistern wieder einmal Angriffe auf Rudolf Steiner durch die Medien, die ihn des Rassismus zeihen und unterstellen, dass auch die Waldorfschulen davon geprägt seien. Das geballte Auftreten dieser inhaltlich sehr ähnlichen Berichte in verschiedenen Medien legt die Vermutung nahe, dass es sich hier um eine Kampagne handelt, die der Öffentlichkeit ein Zerrbild der Waldorfschule suggerieren soll, das mit der Wirklichkeit nicht viel gemein hat. Bitte lesen Sie unten mehr zum Thema.

In eigener Sache: Leider konnte der MoKa dieses Mal erst mit einiger Verspätung erscheinen, weil die Ein-Mann-Redaktion allzu tief in die Vorbereitungen für die Kieler Finanzlückenfeier verstrickt war. Bitte entschuldigen Sie die Verspätung! Normalerweise erscheint der MoKa während der Schulzeit immer zum Monatsanfang. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang November.

In Ihrem eMail-Programm können Sie einstellen, ob Sie den MoKa in der grafisch gestalteten HTML-Variante oder als (schneller zu ladende) reine Text-Datei empfangen wollen. Im Schulsekretariat kann immer ein Ausdruck des aktuellen MoKa abgeholt werden.

Eine anregende Lektüre und einen schönen Spätsommer wünscht Ihnen
Ihr Henning Kullak-Ublick

Lesen Sie in dieser Ausgabe

  • Termine
  • Eine Mitteilung der Autokraft
  • Bilder und Reaktionen von der Kieler Finanzlückenfeier am 12.9.2007
  • War Rudolf Steiner ein Rassist?
  • Kleinanzeigen
  • Ansprechpartner

Termine

Veranstaltungen:

Fr, 28.09.2007
Schulpflege-Wochenende (Zeit wird noch bekannt gegeben)

Do, 4. - Fr, 05.10.2007
Bundesweite Fortbildungstagung in Greifswald (kein Unterricht)

Di, 09.10.2007, 20:00
Jahresabschlussfest der Klasse 12b

Fr, 11.10.2007, 10:00 und 18:00 Uhr
"Robinson darf nicht sterben", Klassenspiel der Klasse 7b

Fr, 12.10.2007, vormittags
Herbstfest

Di, 30.10.2007, 20:00
Jahres-Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik Flensburg e.V.


Elternabende (20:00 Uhr):

  • 18.09.07 - Klasse 6b
  • 26.09.07 - Klasse 9b
  • 08.10.07 - Klasse 4b
  • 10.10.07 - Klassen 1a, 1b und 2b


Elternrat (immer montags, 20:00 Uhr):

  • 24.9.07
  • 8.10.07
  • 29.10.07
  • 12.11.07
  • 26.11.07
  • 10.12.07


Weitere Termine

Die Autokraft informiert

Neue Preise für die Schülerersatzkarten

Ab dem Schuljahr 2007/2008 gelten neue Preise für die Schülerersatzkarten.

Die erste Ersatzkarte kostet ab sofort 20 EUR und die zweite und jede weitere Karte kostet 40 EUR. Das heißt für die Schüler/innen, dass sie jetzt noch besser auf ihre Fahrkarten aufpassen sollten.

"Ik bün all dor!"


"Waldorf war gut für mich und ein bisschen wär´auch gut für dich..." Den Ohrwurm des Tages lieferten zum Auftakt eines vierstündigen Programmfeuerwerks die ChiefChiller aus Hamburg. Mit ihrem Rap "Viva la Waldorf" brachten sie das knapp viertausendköpfige Publikum ordentlich in Schwung.

Immer wieder verscheuchten Sonne und Wind einzelne Regenwolken - fast ein Symbol für den Anlass dieses "Gatherung of the tribes" der schleswig-holsteinischen Waldorfschulen: Es ging - wieder einmal - darum, die Freiheit eines mündigen Schulwesens gegen Zuschusskürzungen zu verteidigen, die wieder ein Schritt in Richtung eines staatlichen Schulmonopols gewesen wären.

Nun wäre Waldorf nicht "waldorf", wenn nicht Phantasie, Farbenreichtum und viel persönlicher Einsatz der Veranstaltung das Gepräge eines bunten Volksfestes gegeben hätten. Über alle Altersstufen hinweg feierten die Schülerinnen und Schüler, Eltern und die Lehrerinnen und Lehrer der elf nördlichsten deutschen Waldorfschulen eine gemeinsame Öffentliche Monatsfeier. Wann immer sich Abgeordnete über die Straße auf die Krusenkoppel wagten, gerieten sie ins Staunen über das Niveau und die Vielfalt der Darbietungen, die von Leonard Bernsteins "West Side Story" über Rezitationen, Klassenorchester und Eurythmie bis zu sehr spritzigen Schülerbands, Theaterszenen und umwerfender Akrobatik des Eckernförder Schulzirkus "Radefiz" reichten.

Und es hat sich politisch gelohnt: Bereits am nächsten Tag fand im Landtag eine Debatte über die Behandlung der Freien Schulen statt, bei der sich die Abgeordneten aller Fraktionen ausdrücklich zu den freien Schulen bekannten und ihre Unterstützung ankündigten. Insbesondere die Grünen, die einen eigenen Antrag mit zukunftsweisenden Regelungen zur künftigen Bezuschussung der freien Schulen einbrachten und die FDP, die diesen Antrag ausdrücklich unterstützte, erwiesen sich dabei als visionär genug, um über die unmittelbare Gefahrenabwehr hinaus die Chancen zu erkennen, die sich durch die bessere Unterstützung der freien Schulen für das gesamte öffentliche Schulwesen ergeben. Aber auch von der CDU wurden Verbesserungen gefordert; die SPD zeigte sich ebenfalls nachdenklich. Der SSW hatte bereits im Vorfeld der Debatte erklärt, die freien Schulen unterstützen zu wollen.

Wie viel diese Erklärungen wert sind, wird sich an dem durch den grünen Antrag begonnen Gesetzgebungsverfahren erweisen. Ganz deutlich aber hat sich gezeigt, dass unsere Aktion und die vielen persönlich gehaltenen Briefe und Postkarten, mit denen sich Eltern an die Abgeordneten gewandt hatten, einen großen Eindruck hinterlassen haben.

Weitere Bilder von der Finanzlückenfeier finden Sie in der Bildergalerie auf unserer Homepage sowie auf der Webseite www.100-prozent-waldorf.de, auf der Sie auch die weitere Entwicklung, aktuelle Presseberichte sowie die Stellungnahmen der Parteien nachlesen können.

Henning Kullak-Ublick

"Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit"

War Rudolf Steiner ein Rassist?

Im Sommer dieses Jahres wurde in den Medien berichtet, dass die "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" darüber zu entscheiden habe, ob zwei Bücher mit Vortragsnachschriften von Rudolf Steiner auf den Index der jugendgefährdenden Schriften gesetzt werden sollten. Am 6. September wurde das Verfahren mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass eine Indizierung nicht erfolgt. Der Rudolf Steiner Verlag, der den Nachlass Rudolf Steiners verlegt, sagte zu, die zur Debatte stehenden Schriften künftig mit einem historisch-kritischen Kommentar zu versehen.

Der Indizierungsantrag stellte den vorläufigen Höhepunkt einer schon länger andauernden Kampagne dar, die darauf abzielt, Rudolf Steiner rassistisches Gedankengut zu unterstellen und ihn damit als geistigen Vorbereiter des Nationalsozialismus zu brandmarken. Vor allem aber geht es bei dieser Kampagne darum, die Waldorfschulen im Bewusstsein der Öffentlichkeit mit rassistischem oder rechtsextremem Gedankengut in Verbindung zu bringen und entsprechend zu diskreditieren. Es gilt daher zunächst einmal festzustellen: Sowohl der Lehrplan als auch die weltweit bestehenden Waldorfschulen sind der Würde jedes einzelnen Menschen verpflichtet. Rassistisches Gedankengut in jedweder Form ist mit den Grundsätzen der Waldorfschulen und der Waldorfpädagogik nicht vereinbar.

Die Tatsache, dass diese Anschuldigungen unter Eltern, Schülern und Lehrern (jeweils beiderlei Geschlechts, versteht sich...) der Waldorfschulen Empörung ausgelöst haben, wird in den Medien merkwürdigerweise oftmals ebenso ignoriert wie der Umstand, dass es mittlerweile eine Anzahl fundierter Untersuchungen und Stellungnahmen gibt, die sich durchaus kritisch und detailliert auch mit jenen Zitaten auseinandersetzen, die immer wieder als Belege für Steiners angeblichen Rassismus angeführt werden.

Worauf stützen sich diese Berichte? Zunächst einmal gilt es festzustellen, dass sich in dem mehr als 360 Bände umfassenden Gesamtwerk Rudolf Steiners in der Tat einzelne Äußerungen finden lassen, die aus heutiger Sicht (und zumeist aus ihrem Zusammenhang gerissen) einfach nur als haarsträubend zu bezeichnen sind. Wer allerdings das Gesamtwerk Steiners überschaut, wird erkennen, dass Steiner in einer Zeit, in der die Anwendung von Rassenbegriffen gang und gäbe war (1900-1925), immer wieder seine unverrückbare Grundüberzeugung zum Ausdruck brachte, dass das Wesen des Menschen gerade nicht in seiner Rassenzugehörigkeit, sondern einzig in seinem unverwechselbaren, tätig sich entwickelnden Geist zu suchen sei. Das zu Lebzeiten Rudolf Steiners historisch unbelastete Vokabular führt heute zu sinnentstellenden Interpretationen und bedarf daher einer historisch-kritischen Würdigung, um überhaupt verstanden zu werden. Das selektive Herausgreifen einiger missverständlicher Textstellen ist schlicht unseriös und zeugt von einer vollständigen - und vermutlich beabsichtigten - Ignoranz gegenüber Steiners lebenslangem Ringen um das Allgemeinmenschliche, das ein friedliches Zusammenleben der Menschen auf Grundlage der individuellen Freiheit überhaupt erst möglich macht.

Es ist schon eine eigentümliche Absurdität, dass ausgerechnet Steiner, der sich bereits im Ausgang des 19. Jahrhunderts mit Sätzen wie "Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit" in die öffentliche Debatte einmischte, der Verbreitung rassisitischen Gedankengutes geziehen wird. Die Nationalsozialisten sahen das ganz offensichtlich ganz anders. So heißt es in der Begründung des Verbotes der Anthroposophie und der Waldorfschulen im Dritten Reich: "Den Platz, den in unserem Weltbilde der von rassischen Kräften bestimmte ... Mensch einnimmt, ist in der Weltanschauung Rudolf Steiners besetzt durch den über aller Geschichte thronenden Geistesmenschen."

Steiner wandte sich immer wieder rigoros gegen einen biologischen Reduktionismus, also gegen ein Menschenbild, das die seelischen und geistigen Fähigkeiten der Menschen ursächlich auf deren biologische oder biochemische Leibesvorgänge zurückführen (reduzieren) will und damit erst die weltanschauliche Grundlage jedweden Rassismus schafft. Diesem einseitigen Biologismus stellte er eine differenzierte Anschauung des Menschen als eines geistig-seelisch-leiblichen Wesens entgegen, das sein wahres Menschentum sukzessive ergreift, indem es sich im Verlauf der Geschichte immer weiter individualisiert. Steiners radikaler Individualismus ist der größtmögliche Gegensatz zu einem wie auch immer gearteten Rassismus.

Auf der Webseite des Bundes der Freien Waldorfschulen finden sich eine Reihe von Stellungnahmen und Literaturhinweisen, die auf Einzelnes eingehen. An dieser Stelle möchte ich daher vor allem etwas zur Rolle der Waldorfschulen sagen, denen ja immer wieder unterstellt wird, sie verbreiteten Rudolf Steiners angebliche rassistische Theorien. Zunächst einmal:

Die Anthroposophie ist nirgendwo Teil des Lehrplans der Waldorfschulen.
Sie richtet sich immer und ausschließlich an Menschen, die aus eigenem Antrieb zu ihr finden. Wird sie missionarisch verkündet (was in Einzelfällen natürlich vorkommen kann), so wird sie missbraucht. Für die Lehrerinnen und Lehrer einer Waldorfschule ist die Anthroposophie vor allem ein Übungsweg zur Vertiefung ihrer individuell zu erringenden Menschenkenntnis. Insofern ist es schon einmal grundfalsch, dass überhaupt etwas von Steiners Lehren verbreitet wird: Wissenschaftliche Untersuchungen haben unlängst bestätigt, dass an Waldorfschulen weder zur Anthroposophie erzogen wird noch eine heimliche Indoktrination erfolgt (Barz/Randoll, Absolventenstudie, 2007).

Aber auch die Praxisforschung zeigt, dass die Rassismus-Vorwürfe absolut haltlos sind: Eine umfassende Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen aus dem Jahr 2005 belegt, dass Waldorfschüler sowohl bei der Fremdenfeindlichkeit als auch beim Rechtsextremismus im Vergleich mit Schülern aller anderen Schularten das allerniedrigste Niveau aufweisen.

Die Waldorfschulen gehören der einzigen pädagogischen Bewegung an, die auf allen fünf Kontinenten der Welt vertreten ist - von den Favelas in Sao Paolo bis in die Hometowns von Johannesburg. Es gibt christliche, jüdische, islamische, hinduistische, buddhistische, sogar shintoistische und indianische Waldorfschulen. In Südafrika waren es die Waldorfschulen, die während der Apartheid als einzige Schulen durchsetzten, dass sie Schülerinnen und Schüler aller Hautfarben gemeinsam unterrichten durften. Eine der ganz wenigen Schulen, die in Deutschland erfolgreich Kinder aus Migrantenfamilien unterschiedlichster Herkunft zusammen unterrichten, ist die "Interkulturelle Waldorfschule" in Mannheim.

Um es noch einmal zusammenzufassen:

  • Waldorfschulen lehnen Rassismus in jedweder Form ab.
  • Die Erziehung im Sinne der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik lässt keinen Raum dafür, Menschen nach ihrer Abstammung oder Herkunft zu beurteilen, zu bewerten oder in einer sonstigen Art und Weise zu diskriminieren.
  • Die Waldorfschulen sehen sich bei der Wahrnehmung ihrer erzieherischen Aufgabe in der Pflicht, die Voraussetzungen für eine Gesellschaft zu schaffen, die auf dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen, gleich welcher Hautfarbe, ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit, beruht.
  • Anthroposophie ist nicht Gegenstand des Unterrichts an der Waldorfschule; die Waldorfschulen sind ausdrücklich keine Weltanschauungsschulen.

Wenn es etwas gibt, das den Geist der Anthroposophie an den Waldorfschulen wirklich beschreibt, dann ist es das Anliegen, eine Weltkultur aus dem Geist der Freiheit und Solidarität zu schaffen - also gerade das Einzigartige eines jeden einzelnen Menschen innerhalb der unterschiedlichsten kulturellen Erscheinungsformen zum Ausgangspunkt für das Zusammenleben der Menschen auf der Erde zu nehmen.

Henning Kullak-Ublick

Adressen, Ansprechpartner

Schulleitungskonferenz (SLK)
Herr Bennett, Herr Fitsch, Herr Kullak-Ublick, Herr Röh, Herr Schmid, Herr Tilly

Vorstand
Frau Friede, Herr Koch, Herr Kullak-Ublick, Herr Langer, Herr Riedel, Frau Schläger-Carstensen
Koordination: Herr Fitsch (0461-90325-0)

Elternrat
Ansprechpartner: Frau Brück (04631-8705), Herr Carstensen (04638-1529)

Vertrauenskreis
Herr Elsler (04608-6775), Herr Fliege (04632-875087), Frau Hillendahl (04638-7523), Frau Boderius (04602-750), Herr Schmid (04602-1386)