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© Karl-Dietrich Wilske

Das Lied vom blonden Korken

Ein blonder Korke spiegelt sich
in einem Lacktablett -
allein er säh' sich dennoch nich',
selbst wenn er Augen hätt'!

Das macht, dieweil er senkrecht steigt
zu seinem Spiegelbild!
Wenn man ihn freilich seitwärts neigt,
zerfällt, was oben gilt.

O Mensch, gesetzt, du spiegelst dich
im, sagen wir, - im All!
Und senkrecht! - wärest du dann nicht
ganz in demselben Fall?
(von Christian Morgenstern)

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem ich den Zeitpunkt zum Beginn der Sommerferien verpasst habe, möchte ich mich mit diesem Sonder-MoKa für Uli Lindow auch als Redakteur von Ihnen verabschieden. Künftig wird sich eine "echte" Redaktion um das Wohlergehen unseres Rundbriefes kümmern. Schon im September geht es los - freuen Sie sich auf den neuen Schwung!

Ich möchte mich aber nicht davonstehlen, ohne noch einmal diejenigen zu würdigen, denen wir den MoKa überhaupt verdanken: Vor vielen Jahren, als sich unser Elternrat konstituierte, standen wir immer wieder vor hausgemachten Konflikten, die einzig und allein darauf zurückzuführen waren, dass die linke Hand an unserer Schule nicht wusste, was die rechte tat. Deshalb ergriff Kiliki Damm die Initiative und schuf den MoKa als Kommunikationsplattform. Genau genommen war er ein Familienunternehmen: Einmal monatlich verbrachten Anna, Judith, Marie, Julian und Kiliki ein Wochenende mit dem Kleben, Kopieren, Falten und Verteilen des MoKa, in welchem JEDER IMMER ALLES schreiben durfte. Nach etlichen Jahren übernahm Walter Kau-Leo die Staffel.

Als Walter nach einiger Zeit aus Zeitmangel aufhören musste und keinen Nachfolger fand, übernahm ich "kommissarisch" die Redaktion, weil mir schien, dass wir dieses kostbare Instrument nicht wieder verlieren dürften. Nach ersten Erfahrungen mit einer "richtigen" gedruckten Ausgabe wurde der MoKa schließlich Bestandteil unserer Webseite und wird seither elektronisch versandt. Nicht alle waren glücklich über diesen Wechsel, aber nicht zuletzt aus Kostengründen blieb es bis heute dabei.

Eigentlich war der MoKa also einmal eine Initiative des Elternrates. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass in der künftigen Redaktion (die sich im nächsten MoKa sicher vorstellen wird) auch wieder Eltern mitwirken. Ich wünsche der Redaktion eine glückliche Hand!

Und euch, liebe SchülerInnen, liebe KollegInnen und Ihnen, liebe ElterInnen, wünsche ich ein schönes, fruchtbares, begegnungsreiches und auf jeden Fall lohnendes Schuljahr. Bis hoffentlich bald!
Ihr Henning Kullak-Ublick

Der nächste MoKa erscheint im September. Bitte reichen Sie Ihre Termine, Manuskripte, Leserbriefe oder Anzeigenwünsche spätestens am 30. Juni ein - am besten im reinen Textformat (Dateiendung .txt), Bilder getrennt.

Hommage an Uli Lindow

Im November letzten Jahres reisten meine Frau und ich durch Peru. Dort trafen wir einen nach Jamaica ausgewanderten Hamburger, der sich freute, mal ein paar Nordlichtern zu begegnen. Er erzählte uns eines Tages von einem Ausflug mit einem Hooger Krabbenfischer, mit dem er sich angefreundet hatte und der ihn unbedingt zu einem "Künstler" bringen wollte, mit dem er auf dem Festland verschwägert war. Schließlich fuhren sie gemeinsam hin und Uwe begeisterte sich noch Jahre später wortreich für die Skulpturen, die er dort gesehen hatte, für die Entwürfe und Zeichnungen. Schließlich krönte er seinen Lobgesang mit den Worten, dieser Künstler habe ganze Kirchen angemalt! Spätestens da wussten wir, um wen es ging und als wir seinen Namen beisteuerten, waren wir Freunde von Uwe geworden!

Schaun wir doch mal, was Wikipedia zu ihm sagt: "Den Ulrich Lindow, gebuer 1949 zu Mölln am daïtsche Bundesland Schleswig-Holstein, ass en däitsche Skulpteur, dee mat de verschiddenste Materialië schafft."

Das kann man wohl sagen! Wenn man durch die Flensburger Waldorfschule läuft, begegnet man ihm überall: Sein ältestes Werk ist die Holzverkleidung im Eingangsbereich der vierten Klasse, die damals von unserer heutigen Kollegin Anna Lindow besucht wurde. Dann mussten wir den knie-verschleißenden Schulhof vor dem "Neu"bau gestalten und wieder war es Uli Lindow, der den Entwurf für die schönen gepflasterten Bögen schuf. Und weil er gerade mal dabei war, lasierte er den Eingangsbereich des Neubaus und den angrenzenden Mittelstufenflur gleich mit. Seine Farben waren kraftvoll, strömend, warm und: Sie blieben immer interessant.

Zwischendurch entwarf er das Logo für die Aktion mündige Schule, die mit ihrer Volksinitiative "Schule in Freiheit" für die Freiheit im Schulwesen kämpfte (und kämpft). Irgendwann besuchte eine Mutter eine Ausstellung von Uli und sah dort die große Skulptur "Der Prophet", von der sie so begeistert war, dass sie ihn für die Schule erwerben wollte. Dank eines Freundschaftspreises und einer erfolgreichen Sammelaktion steht der Prophet seither im Eingangsbereich der Schule und oft ruht ein Blick auf diesem kraftvollen Wächter des Wesentlichen.

Aber damit nicht genug: Endlich konnten wir eine Sporthalle bauen - ein Großprojekt, zu dem viele Menschen beigetragen haben. Über Wochen fand man Uli auf einem fahrbaren Gerüst, wie er mit großen Schwüngen die Lasurfarbe auf die Betonwand auftrug. Haben Sie mal einen kleinen Raum lasiert? Das war echter Leistungssport.

Zu dieser Zeit hatte Uli schon keine Kinder mehr (und noch keine wieder) an unserer Schule. Dann aber kam sein bisher größtes Projekt, das nicht nur künstlerischen Mut erforderte, sondern auch einen Durchhaltewillen, der seinesgleichen sucht: Der so lang ersehnte und überfällige Anstrich der größten Skulptur, die in Flensburg steht: unseres zentralen Schulgebäudes. Farblich wandert er durch den ganzen Farbenkreis, immer im Einklang mit der Himmelsrichtung und, wie inzwischen sichtbar geworden ist, auch den verschiedenen Funktionsbereichen des riesigen Gebäudes. Jeden einzelnen Farbstrich hat Uli selbst ausgeführt. Vorher probierte er die Farben aus und holte Informationen zu ihrer Wettertauglichkeit ein. Schauen Sie sich alte Fotos des Schulgebäudes an und Sie werden sehen, was für ein unschätzbarer Gewinn dieser Farbanstrich für das Klima unseres Schulgeländes geworden ist.

Bei der Präsentation seines Farbentwurfes während der Zeugniskonferenz 2010 widmete Uli Lindow diese Krönung seines Schaffens für unsere Schule den jüngeren Lehrerinnen und Lehrern - wie er es früher zur Unterstützung der Arbeit von uns "Silver Surfern" getan hatte. Kurz: Die neuen Farben sollten der Aufbruch in eine farbige Zukunft werden. Eigentlich sollte der ganze Anstrich zwei Monate dauern, aber weit mehr Zeit - eigentlich: Hingabe - ist inzwischen hineingearbeitet worden.

Lieber Uli, der schönste Dank ist sicher die Freude, die unsere Kinder an deinen Werken haben! Aber nicht nur sie, denn auch wir Erwachsenen brauchen Räume, in denen unser Menschsein wachsen kann, damit unsere Schule ein Ort der Begegnung und des Wachstums sein kann. Du hast dafür mehr getan, als wir von irgendjemandem erwarten durften. Kunst ist hier zum Leben geworden. Danke!

Henning Kullak-Ublick

PS: Wenn alles fertig ist, sollten wir einmal einen Kreis um den ganzen Bau bilden und ihn umschreiten: Dann wird erst sichtbar, wie die Farben ein Ganzes bilden. Und wer aufpasst, merkt vielleicht schon jetzt, wo der Künstler gerade war, als am gleichen Tag lauter Regenbögen hintereinander am Himmel zu sehen waren.

Adressen, Ansprechpartner

Schulleitungskonferenz (SLK)
Herr Elsler, Herr Langen, Frau Mertes, Frau Perry, Herr Pontoppidan

Vorstand
Frau Willimzig-Brozus, Herr Elsler, Herr Kullak-Ublick, Herr Lange-Mildenstein, Herr Riedel, Frau Schläger-Carstensen, Herr Voß | Koordination: Herr Fitsch (0461-90325-0)

Elternrat
Ansprechpartner: Herr Carstensen (04638-1529), info[@]waldorfschule-flensburg.de