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          WEIHNACHTEN 2015
         
          - Herbergsuche -  
          Wie jedes Jahr …  
          - Maria und Josef -
          Ein Containerplatz wäre ihnen sicher - in Deutschland ...
          - Hirten, kniend, in Anbetung versunken -
          Tja, die Letzten werden die Ersten sein ...
          -Heilige Drei Könige -
          Die (Ein-)Reisenden aus dem Morgenland ...
          - Ochs und Esel -
          Es wird höchste Zeit, dass wir realisieren, was aus der Arche Noah geworden ist…
          - Engel, ganz viele Engel -  
          Wer´s glaubt wird selig…  
          - Gottes Sohn -  
          Die Religionen können sich nicht einigen  
          Das müssen wir Menschen schaffen …


          - immer noch herbergsuche -  
          auf der flucht sein  
          unter eine decke kriechen  
          in einer turnhalle  
          in einem aufnahmelager  
          auf die aufnahme warten  
          an die zurückgebliebenen denken  
          an die zukunft  
          im dunkeln  
          immer weiter zuflucht suchen  

          bis die hand gereicht wird
          bis in den augen des anderen
          der gedanke aufleuchtet  
          der uns verbindet:  

          FRIEDE AUF ERDEN  
          ALLEN MENSCHEN  
          DIE EINES GUTEN WILLENS SIND 


Liebe Eltern, liebe Schulgemeinschaft, liebe Leserinnen und Leser !

Mit diesen Gedanken möchte ich Sie ganz herzlich zu unserem Oberuferer Weihnachtsspiel einladen. Bis auf die Heiligen Drei Könige werden alle da sei, die oben genannt sind


            am Freitag, dem 18. Dezember 2015 um 10:00 Uhr und 19:30 Uhr


Zur Situation der Flüchtlingsströme, die uns sicher auch über die Weihnachtstage beschäftigen wird, habe ich einen Text gefunden, der schon 1947 geschrieben und doch aktueller nicht sein kann. Gerade in einer Zeit der immer schneller aber auch immer verzweifelter formulierten Antworten, scheint er mir den Blick noch einmal nachhaltig heben und den Horizont erweitern zu können.
So bleibt mir am Ende dieses Textes und auch am Ende dieses Jahres Ihnen im Namen des gesamten Kollegiums frohe und gesegnete Weihnachten zu wünschen und eine guten Gang ins Neue Jahr.

R. Elsler



„ Es ist mit Händen zu greifen, dass da Wellen von schicksalsändernden, Völker durcheinanderwirbelden Tendenzen durch die neuere Menschheit gehen, denen gegenüber diejenigen, die die Geschicke der Menschen zu leiten vermeinen, machtlos sind. Diese großen Bewegungstendenzen drängen sich durch alle Ritzen und Lücken der jeweiligen politischen Anschauungen und Systeme hindurch. Niemand will sie. Sie wollen sich gewissermaßen selbst und benützen nur die Spannungen und Explosionen zwischen den Völkern, um sich wie eine vulkanische Lava aus den tieferen umdurchschauten Schichten an die Oberfläche emporzuarbeiten.
  (…)
Was vorliegt, ist, dass die Menschheit sich seit der letzten Jahrhundertwende im Stadium einer rätselhaften, sich überall nur kaschierenden V ö l k e r w a n d e r u n g s b e w e g u n g befindet. Ein riesenmäßiger  kosmopolitischer Zug geht durch die Welt. Es ist die eigentliche Götteropposition gegen das Nationalitätenprinzip, das sich seit dem ausgehenden Mittelalter hatte bilden müssen, das aber heute längst in eine ausschließlich  verengenden Verhärtung eingemündet ist. (…)
Alles Herumbuchstabieren an den wirtschaftlichen und kriegerischen Anlässen, durch die die Völker auf den Weg ihrer großen Wanderungen gebracht sein sollen, ist ein hilflos-stammelndes, völlig unzureichendes Tasten nach Vorgängen, die sich in Wirklichkeit in viel umfassenderen menschheitlichen Tiefenschichten zugetragen und nur an der Oberfläche die Verschiebungen in der Gruppierung der Edenmenschheit bewirkt haben. Die Ursache aller großen Völkerwanderungen war jedesmal letzten Endes ein umfassender Aufwachprozess, der durch den Gesamtleib der Menschheit hindurchfuhr und die Ergreifung und Entfaltung neuer menschlicher Seelenkräfte zum Ziel hatte. Vielleicht kommen wir ein wenig näher an die wirkliche Größe der Gegenwartsschicksale heran, wenn wir erkennen, dass wir auch heute mitten drinstehen in einer großen Völkerwanderungsbewegung, die äußerlich zu allerlei Umgruppierungen führt, die aber innerlich das Erwachen der Menschheit zu einem neuen Bewusstsein und zu neuen schöpferischen Möglichkeiten des geistig-seelischen Lebens bewirken soll.
Solche Gedanken und Erkenntnisse dürfen natürlich nicht blind machen gegenüber dem brutalen Unrecht, das im Zusammenhang mit allen möglichen Evakuierungsunternehmungen durch unser Zeitalter geht. Vielleicht können sie aber doch hie und da zu der Größe und Weite des Blickes führen, die vieles von den brutalen Zwangsläufigkeiten des heutigen Lebens besser zu ertragen und zu meistern erlauben.

             Emil Bock, 1947 (Pfarrer der Christengemeinschaft)