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Witok (Hirte):
            Dös hot er uns getan zu dem end,
            Damit sich der mensch von der hoffart abwend
            Und nit an solchen pråcht und zier,
            Sondern a demütigs leben füer.

König Herodes:
            Vor angst mecht i scho goar verzågn.
            Dieweil a neuer kenig is geborn,
            Übers jüdische land is auserkorn:
            Wo sull i armer teifel hin?

Teufel: Pst!
            Schweig stüll, i a an teifel bin!
            An teifel läßt den anderen nicht!
            I wüll dir helfen zu der pflicht,
            Wia du dein såch sullst greifn an.
            …………
            Daß die weder weib no kind erboarm
            Und gleich sei reich und gleich sei oarm,
            Da mußt du's wågn an solchn zorn,
            Daß d’nit schonst selbst, was ungeborn.

 

 

Liebe Eltern, liebe Schulgemeinschaft, liebe Leserinnen und Leser !

Stellen Sie sich einmal vor, der Geburtstag Ihres Kindes rückte näher und Sie wüssten auf einmal nicht mehr, was es mit diesem Tag auf sich hätte. Schon im Jahr davor waren Fragen aufgetaucht, die Sie aber noch verdrängen konnten. Und eine gewisse Unsicherheit hatte sich schon seit längerem angekündigt, aber die liebgewonnenen Rituale, von der besonderen Tischdekoration bis zum sehnsüchtig erwarteten Geschenk, hatten stets alle Bedenken verwischt. Aber jetzt steht die Frage im Raum und bleibt und bohrt ...

Eine absurde Vorstellung? Sicherlich! Wäre da nicht der Geburtstag aller Geburtstage: Weihnachten. Je mehr die ganze Welt (Christen und Nicht-Christen) das Weihnachtsfest (mit-) feiert, indem sie einen Tannenbaum mit Lametta behängt und feierlich verpackte Geschenke überreicht, desto mehr gilt auch der Satz: ,,Du glaubst doch wohl nicht mehr an den Weihnachtsmann?!“ Und mit Weihnachtsmann sind dann auch alle weiteren Darsteller dieser so fernen Geschichte vom ,,Jesulein in der Krippe, zwischen Ochs und Esulein“ gemeint. Wer hält dagegen? Und wie soll man argumentieren?

Ein kindliches Gemüt ernährt sich von großen Bildern. Die Sprache der Märchen ist die erste Sprache des Glaubens. Wer aber aus der Welt der Märchen herauswächst und sich in den Bildern (s-)einer Religion nicht neu beheimaten kann, dem bleiben nur die äußeren Festtage und Traditionen, vom Osterhasen bis zur Weihnachtsgans. Denn zum Glauben kann niemand gezwungen oder überredet werden, nur zu äußeren Handlungen. Im Grunde ist jeder Glaube der Beginn einer Suche einer tiefen Sehnsucht nach Begegnung.

 

Das Urbild der Begegnung ereignet sich im Alten Testament. Gott, der trotz Engel und Teufel allein ist, erschafft den ersten Menschen nach seinem Ebenbild. Fortan teilt er mit ihm die Schöpfung. Aber der erste Mensch ist im sogenannten Paradies allein. So, wie Gott es war. Gott schenkt dem ersten, einzigen und ungeteilten Menschen sein Gegenüber. Erst jetzt, in der Begegnung, im Erleben der Zweiheit, erwächst im Menschen sein eigentlicher Spielraum, sein Potential. In der Möglichkeit zur Begegnung entsteht erst die Fähigkeit zur Freiheit, die in der (Selbst-) Erkenntnis mündet. Aus dem Abstieg aus dem Paradies ist eine Gratwanderung hinauf auf den Gipfel der Freiheit geworden.

Und Heiligabend, der 24. Dezember, auch Adam-und-Eva-Tag genannt, wurde zum Tag der zweiten kosmischen Begegnung. So wie der erste Mensch den anderen brauchte, um sich entwickeln zu können, hat nun die Menschheit in der Begegnung mit Jesus Christus die Möglichkeit, aus den Gesetzen des Alten Testaments (Auge um Auge) hinaufzuwachsen in die Botschaft des Neuen Testaments, die in dem Friedensaufruf gipfelt: Liebet eure Feinde!

Während die Hirten auf die Geburt des Gottessohnes sehnsüchtig gewartet haben, hat König Herodes nichts mehr gefürchtet als die Ankündigung dieses Ereignisses. Die Einen spüren, dass mit dem Neuen Testament, dem Gebot der Nächstenliebe, eine ganz neue Gesellschaftsordnung (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) als Morgenröte am Horizont aufleuchtet, die Anderen haben vor nichts mehr Angst, als ihre Macht und ihren Einfluss teilen zu müssen.

 

In den Oberuferer Weihnachtsspielen kann man diese beiden Strömungen der Menschheit deutlich verfolgen und ich freue mich, dass wir in diesem Jahr nach langer Pause auch wieder das Dreikönigspiel sehen können. So schlicht die Sprache dieser Spiele auch anmuten mag, so geben sie doch in ihrer Bilderfolge genau die Dramen wieder, die sich in unseren modernen Seelen abspielen.

Ich hoffe, ich konnte Sie mit meinen Fragen und Gedankenausflügen ein wenig auf die alten, urbildlichen Texte einstimmen, und möchte Sie ganz herzlich einladen, diesen ganz besonderen Einstimmungen auf die Weihnachtszeit beizuwohnen. Wenn Ihnen die Abendtermine nicht möglich sind, können Sie auch gerne die Schüleraufführungen wahrnehmen.

Ein langes und nicht immer leichtes Jahr geht zu Ende und ich möchte im Namen des Kollegiums Ihnen allen danken, die Sie an unserer Schule so vielfältig Anteil nehmen und sie mit Leben füllen. Wir wünschen Ihnen eine frohe und sternenklare Weihnachtszeit und einen guten Gang ins Neue Jahr.


       Ihr Reinhard Elsler

 

Christgeburtspiel:

  • Do., 22. Dez. 2016, 10.00 Uhr, Waldorfschule (Schüleraufführung)
  • Do., 22. Dez. 2016, 19.30 Uhr, Waldorfschule

Dreikönigsspiel:

  • Fr., 13. Jan. 2017, 11.30, Waldorfschule (Schüleraufführung)
  • Sa., 14. Jan. 2017, 19.00, St.-Johanniskirche Flensburg

 

 

Termine

Elternabende / Elternrat (ER) jeden zweiten Montag um 20:00 Uhr in der Klasse 7b

  • 16.01.2017 | 20:00 | Elternrat
  • 13.02.2017 | 20:00 | Elternrat
  • 13.03.2017 | 20:00 | Elternrat
  • Alle ER-Termine stehen auch im bunten Jahreskalender

Dezember 2016

  • 22.12.2016 | 10:00 | Weihnachtsspiel (Schüleraufführung)
  • 22.12.2016 | 19:30 | Weihnachtsspiel
  • 23.12.2016 - 06.01.2017 | Weihnachtsferien

Januar 2017

  • 13.01.2017 | 11:30 | Dreikönigsspiel (Schüleraufführung, Waldorfschule)
  • 14.01.2017 | 19:00 | Dreikönigsspiel (St.-Johanniskirche, Flensburg)
  • 19.01.2017 | 20:00 | Wie kann das Sehen das Lernen beeinflussen? (Vortrag von Michael Hoste für Eltern, Pädagogen und Interessierte, Kleiner Saal)
  • 27.01.2017 - 28.01.2017 | Jahresarbeiten Klasse 12b

Februar 2017

  • 03.02.2017 - 04.02.2017 | Jahresarbeiten Klasse 8b
  • 24.02.2017 | Fasching
  • 27.02.2017 | SchiLF-Tag (unterrichtsfrei)

bitte schauen Sie auch in die laufend aktualisierten Termine auf der Homepage


Warum steht hier regelmäßig diese Werbung?
Weil in den nächsten Jahren jährlich (!) 600 Waldorflehrerinnen und -lehrer gebraucht werden.

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Die 3b sucht für den Epochenunterricht, möglichst zahlreich, Exemplare des Lesebuches

    ERDE UNSER LIEBER STERN  von Hedda Kubiessa (wird nicht mehr aufgelegt)

Wir wollen das Lesen üben!

Wer hat ein Exemplar im Bücherschrank stehen und kann es günstig abgeben, ausleihen oder sogar uns schenken?

Wir freuen uns über Rückmeldungen.

Die 3. Klasse mit Frau Bischof (Tel. 0461/51074)

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Adressen, Ansprechpartner

Schulleitungskonferenz (SLK)
Franziska Basselli, Simone Voigt, Ariane Waldheim, Hans-Wilhelm Lange-Mildenstein, Malte Pontoppidan

Vorstand
Reinhard Elsler, Lars Erichsen, Hans-Wilhelm Lange-Mildenstein, Stefan Riedel, (Lene Wassermann)
Koordination: Henning Fitsch (0461-90325-0)

Elternrat
Ansprechpartner: Kathrin Hungershausen, elternrat[@]waldorfschule-flensburg.de

Vertrauenskreis
Astrid Boderius, Reinhard Elsler, Heike Freese, Karola Haack, Michael Schmid   

Redaktion

Reinhard Elsler, Karl-Dietrich Wilske

Redaktionsschluss und -erreichbarkeit

Der nächste Moka erscheint im Januar 2017. Beiträge hierfür senden Sie bitte bis zum Donnerstag, den 12.01.2017 an moka[at]waldorfschule-flensburg.de

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