Waldorf-Vorstand neu gewählt: Mitglieder setzten auf Kontinuität
03.04.11 17:35:00 Uhr

Von: Bund der Freien Waldorfschulen
Lehrerbildung und Qualitätsentwicklung als Schwerpunkte - Haushalt mit Volumen von 11,3 Millionen Euro von Versammlung beschlossen
Villingen-Schwenningen, 28.03.2011. Die Zukunft der Waldorflehrerbildung, das eigene Qualitätsentwicklungsverfahren der Waldorfschulen sowie die Neuwahl des Vorstands und die Verabschiedung des Haushalts 2011/2012 waren zentrale Themen der Mitgliederversammlung des Bundes der Freien Waldorfschulen, die am letzten Märzwochenende in der Freien Waldorfschule Villingen-Schwenningen stattfand.
Rund 250 Mitglieder hörten die Berichte der Vorstandsmitglieder zu den einzelnen Bereichen. Birgitt Beckers hob dabei in ihren Ausführungen die Bedeutung der Durchlässigkeit zwischen der Ebene des Bundes der Freien Waldorfschulen und den einzelnen Schulen hervor. Wichtig sei es, sich die eigenen Handlungsmotive und ihren Bezug auf die Ziele der Waldorfschulbewegung immer wieder bewusst zu machen und so der Gefahr vorzubeugen, dass die Ziele im Alltagsgeschäft verloren gingen. Als roter Faden der dreijährigen Vorstandsarbeit wurde das Bemühen hervorgehoben, innere Arbeit und äußere Anforderungen im Alltag in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Bei der Wahl des Vorstands für die nächsten drei Jahre wurden alle sieben Vorstandsmitglieder mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt: Birgitt Beckers, Erika Blass-Loss, Dr. Albrecht Hüttig, Hans Hutzel, Henning Kullak-Ublick, Dr. Richard Landl und Walter Riethmüller.
Auf der Agenda der Waldorfschulbewegung stehen in der nächsten Zeit vor allem die Lehrergewinnung und die weitere Zukunft der Waldorflehrerbildung. In der Versammlung wurde die Bedeutung der weiteren Debatte um die Lehrerbildung, vor allem auch um das Verhältnis von Wissenschaft und Anthroposophie, unterstrichen.
Das von Witten-Annen neu entwickelte Modell der dualen Lehrerbildung wird in enger Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Landesarbeitsgemeinschaft und Seminar weiterentwickelt.
Der vorgelegte Haushaltsplan des Bundes für das Geschäftsjahr 2011/12 wurde von den Etatberatern als schlüssig bezeichnet und sie empfahlen ihn der Versammlung zur Zustimmung. Er umfasst ein Volumen von rund 11,3 Millionen Euro. 8,61 Millionen Euro der Gelder fließen in die Lehrerbildung. Die Versammlung billigte auch den Pro-Kopf-Satz von rd. 137,20 Euro. Hans Hutzel erläuterte der Versammlung den Sachstand bei der Finanzierung der Lehrerbildung.
Die Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bund, die einen längeren Diskussionprozess innerhalb der Schulbewegung hinter sich hat, wurde in der Mitgliederversammlung von Schulträgern und Seminaren mit großer Mehrheit verabschiedet. In der Präambel dazu findet sich jetzt auch ein Verweis auf das gemeinsame Leitbild der Waldorfschulen. Vorstandsmitglied Hans Hutzel betonte die Bedeutung der Vereinbarung für die Schulgemeinschaft, sie sei Ausdruck einer wachsenden Gemeinschaft.
Henning Kullak-Ublick berichtete als für die Lehrergewinnungskampagne zuständiges Vorstandsmitglied über Erfolge und Schwierigkeiten der Kampagne. Die Lehrergewinnung in Ergänzung zu den Aktivitäten der Schulen verstärkt die Möglichkeiten des Internets nutzen. Außerdem berichtete er über eine Tagung für junge Waldorflehrer (bis 35 Jahre), die vom 14.-16.10.2011 stattfinden soll und zurzeit mit einer Gruppe junger Lehrerinnen und Lehrer vorbereitet wird.
Stephan Sigler, Geschäftsführer des Lehrerseminars Kassel, informierte die Versammlung von der jüngsten Entwicklung beim Kasseler Jugendsymposion, das sich im Juni dem aktuellen Thema "Energie" widmen wird. (www.jugendsymposion.de) Auch dieses Jahr sei es gelungen, bekannte Persönlichkeiten für die Tagung zu gewinnen, wie z.B. Franz Alt oder auch den klimapolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Hermann Ott. Die beteiligten Waldorfschüler seien hochidealistisch, die präsentierten Forschungsansätze geprägt von großer Offenheit. Jeder Schüler im Alter von mindestens 17 Jahren könne sich bewerben.
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