Leitbild
Kinder brauchen einen geschützten Lebensraum, um sich ihrem Alter entsprechend gesund entwickeln zu können, sich geborgen zu fühlen und Freunde zu finden. Durch Veränderungen der Familien- und Lebensverhältnisse, fortschreitende Technisierung und den Wegfall ehemals tragender Traditionen und Werte ist dies im häuslichen Rahmen allein oft nicht mehr zu leisten. In den wichtigen Jahren der frühen Kindheit bis zum Schuleintritt gewinnen familienergänzende Angebote daher immer mehr an Bedeutung.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, einen Ort für Kinder zu gestalten, in dem sie sich in der Begegnung mit anderen Kindern und ihrem/ihrer Kindergärtner/in in einer altersgemischten Gruppe kindgerecht und gesund entwickeln können. Jungen und Mädchen aller Herkunfts-familien, konfessionsübergreifend, finden in unserem Kindergarten Aufnahme. In seiner/ihrer Arbeit wird der/die Kindergärtner/in geleitet von dem Motiv des Vorbildes und der Nach-ahmung. Unsere Pädagogik ist eine schöpferische, die auf dem Weg des Künstlerischen die Kinder erreichen, fördern und begleiten möchte. Wir leben mit ihnen im innigen Miterleben der Jahreszeiten und der christlichen Jahresfeste, die wir immer wieder neu gestalten. Geeignete Spiel-, Erfahrungs- und Erlebnisräume bieten dabei vielseitige Anregungen, die die Kinder für die ganzheitliche Ausbildung ihrer Kräfte und Fähigkeiten brauchen. Bei allem ist uns die Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen am Erziehungsprozess beteiligten Menschen wie Ärzte, Therapeuten und Lehrer ein inneres Anliegen.
In unseren Aufgaben als Kindergärtner/innen trägt und unterstützt uns das lebendige Erarbeiten und schöpferische Umgehen mit der Anthroposophie. In der Auseinandersetzung mit ihrer Menschenkunde erlangen wir ein immer tieferes Verständnis für das Kind und die kindliche Entwicklung. Diese Erkenntnisbemühung ist für uns unverzichtbare Grundlage für unser praktisch-pädagogisches Handeln. Wir sehen die Kinder als geistige Individualitäten und erleben uns mit ihnen in einer Art leisem, feinen Gespräch, in dem sie uns auf ihre Weise mitteilen, was sie für ihre leiblich-seelisch-geistige Entwicklung brauchen.
Die hier beschriebenen Aufgaben und Ziele sind für uns Mitarbeiter/innen im Waldorf-kindergarten Flensburg verbindlich. Wir wünschen uns eine Elternschaft, die diesen Impulsen Verständnis entgegenbringt. Die Anerkennung des Leitbildes bildet dabei die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit in unserem Kindergarten, der nach dem Prinzip der Selbstverwaltung arbeitet.
Die Gründung des Kindergartens geht auf eine Elterninitiative im Oktober 1978 zurück, die sich durch die Berührung mit der Anthroposophie für ihre Kinder eine begleitende, außer-häusliche Erziehung im Sinne der Waldorfpädagogik wünschte. Sie verstand sich von Anfang an als eine selbstverwaltete, auf Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis ruhende Gemeinschaft, die sich nach Gesichtspunkten einer modernen sozialen Dreigliederung (Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben) führen will. Diesen Impulsen ist die in den Jahren auch sich wandelnde Gemeinschaft bis heute treu geblieben. Große Kontinuität bewahrten dabei die Kindergärtnerinnen.
verabschiedet zu Flensburg, 17.09.2008
Kindergarten
Der Waldorfkindergarten gibt unseren Kindern genau das, was sie im Alter von 3 - 6 Jahren benötigen: eine Hülle, in der sie warm und geborgen sein können.
Jeder Kindergartentag hat einen festen Ablauf, der den Kindern Sicherheit gibt.
Der Morgen beginnt mit dem Freispiel, in dem die Kinder ihrer Phantasie freien Lauf lassen können: da werden Tische zu Höhlen zusammen geschoben, Landschaften für Mensch und Tier aufgebaut, in der Bauecke wird konstruiert und die Puppenecken werden zu kleinen Wohnungen, in denen ein Familienleben stattfindet. Als festes Angebot wird der Maltisch aufgebaut. Hier können vier Kinder gleichzeitig ihre Bilder malen, die von den Kindergärtnerinnen bis zum Abschied in die Schule in einer großen Mappe aufbewahrt werden. Es folgt das gemeinsame Aufräumen, das ein täglich wechselndes "Sternenkind" mit einer kleinen Glocke einläuten darf. Dies ist für die meisten Kinder etwas besonders Schönes, denn das Sternenkind hat noch weitere helfende Aufgaben, die die Kinder lieben. Der rhythmische Teil wird mit einem Reigen gestaltet. Einfache, aber passende Bewegungen werden gemeinsam mit den Kindern zu einem Lied oder einem Gedicht ausgeführt. Der Reigen begleitet die Kinder inhaltlich durch die Jahreszeiten und Jahreszeitenfeste z.B. das Erntedankfest.
Das gemeinsame Frühstück, das sich wochenweise täglich wiederholt, besteht aus biologisch dynamischen Zutaten. Es werden z.B. Hirsebrei, Milchreis und selbstgebackene Brötchen zubereitet. Dann geht es zum Freispiel in den Garten, der den Kindern mannigfaltige Spielmöglichkeiten bietet. Um den Vormittag rund zu beenden, gehen die Kinder zum Abschlusskreis noch einmal hinein. Hier erwartet sie entweder ein Puppenspiel oder ein Märchen. Das persönliche gemeinsame Verabschieden ist für viele Kinder besonders wichtig. Um halb eins kommen die meisten Eltern zum Abholen. Das Ein- und Ausatmen eines Tages wird im Waldorfkindergarten durch diese festen Abläufe mitempfunden und entspricht dem natürlichen Rhythmus des Körpers.
Die Wiederholung ist ein zentraler Aspekt im Kindergartenleben. Auch die immer gleichen Abläufe der Feste wie z.B. Advent, Ostern und Fasching ermöglichen dem Kind aus der Sicherheit des Wiedererkennens heraus, Neues zu entdecken. In einer Zeit, in der die Kinder ständig von Neuem und Abwechslungsreichem überflutet werden, schafft dieser sich wiederholende Tageslauf einen Rhythmus, der die gesunde leibliche und seelische Entwicklung der Kinder unmittelbar fördert.
Kinder, deren Eltern länger arbeiten müssen, können auch nachmittags im Waldorfkindergarten betreut werden. Die Gruppe hat täglich bis 15.00 Uhr geöffnet. Hier findet sich der regelmäßige Ablauf wieder, der dem Vormittag ähnelt. Das gemeinsame Mittagessen und die Mittagsruhe auf gemütlichen Matratzen entsprechen dem Bedürfnis des kleinen Kindes. Je nach Wetterlage findet das folgende Freispiel drinnen oder draußen statt. Auch die Nachmittagsgruppe endet mit einem Abschlusskreis.
Webseite des Flensburger Waldorfkindergartens
Kinderstube
Am ersten September 2008, pünktlich nach den Sommerferien, eröffnen wir unsere erste Kinderstube für zehn Kinder im Alter zwischen 1 und 3 Jahren.
Die Idee und Planung einer Kinderstube ist unsere Antwort auf die veränderte Lebenssituation, in die heute unsere Kinder hineingeboren werden.
Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass Mütter zuhause bleiben und ausschließlich die Kinder versorgen.
Es kommt vielmehr auf die Rahmenbedingungen an, unter denen die Betreuung des kleinen Kindes stattfindet.
Es ist nicht nur entscheidend, wer das Kind betreut, sondern auch, wie es geschieht. Unsere Kinderstube verbindet drei Elemente:
- Die Erziehungsidee der Waldorfpädagogik
- die gesellschaftlichen Lebensverhältnisse
- das gesellschaftliche Engagement von Eltern und ErzieherInnen
Nach einer individuellen Eingewöhnungszeit wird jedes Kind altersgemäße Pflege und Begleitung der Sinnes- und Bewegungserziehung erfahren
Das freie Spiel wird einen großen Raum im Tageslauf bekommen. Die Kinder spielen dabei mit uns und miteinander.
Der liebevolle Umgang sowie der rhythmische Tageslauf mitsamt seinen Ritualen, Liedern und Geschichten wird den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.
In den Sommerferien wird direkt neben dem Kindergarten ein Raum für die Bedürfnisse der Kinder hergerichtet. Es entstehen:
- ein Waschraum
- ein Gruppenraum mit integrierter Küche zum Spielen und für die gemeinsamen Mahlzeiten
- ein separater Schlafraum, damit die Kleinen ihrem Bedürfnis und Rhythmus entsprechend ruhen können
- eine Gartenfläche mit eigener Sandkiste
Wir würden uns über einige Sachspenden oder günstige Angebote freuen:
- Holz- oder Korbpuppenwagen
- Waldorfpuppen
- Bilderbücher für die ganz Kleinen ...
Kontakt: Inge Wichelhaus, Tel. 04634-931965
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