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Praktika

Die Praktika der 9., 10. und 11. Klasse sind ein wesentlicher Bestandteil der Waldorfpädagogik in der Oberstufe. Sie begleiten und fördern die Heranwachsenden auf ihrem Weg, sich mit der Welt konstruktiv auseinanderzusetzen und in ihr urteilsfähig zu werden. Dieser Prozess verläuft in drei Stufen. In der 9. Klasse sprechen wir von der praktischen Urteilsfähigkeit, die im Mittelpunkt steht. Der körperliche Umbau ist noch nicht abgeschlossen. Das Denken will noch nicht so leicht von der Hand gehen wie gewünscht oder gewohnt. Alles wird neu geordnet und eingerichtet. Bei diesem Prozess ist die Auseinandersetzung mit der konkreten Welt der Landwirtschaft, ihren Arbeitsabläufen und der Begegnung mit den auf dem Hof lebenden Tieren eine hilfreiche Erfahrung, die die Jugendlichen nach drei Wochen mit einem reichen Schatz an Erlebnissen und neuen Fähigkeiten wieder in die Schule entlässt.

Auf diese Art im besten Sinne geerdet, schauen wir in der 10. Klasse auf ein ganz anderes Praktikum: das Feldmesspraktikum. Das logisch - mathematische Denken steht nun deutlich leichter wieder zur Verfügung und will erprobt werden. In der Mathematik stehen die Bereiche der Trigonometrie an, welche eine praktische Anwendung im Vermessen einer Landschaft und Erstellen einer Karte finden. Die theoretische Urteilsfähigkeit wird in diesem Praktikum auf die Probe gestellt: Ist mein Denken und auch die Beherrschung anspruchsvoller Messgeräte so präzise, dass ich mir eine alltagstaugliche Karte anlegen kann?

In der 11. Klasse stehen für den Jugendlichen gänzlich andere Fragen im Mittelpunkt. Die Vermessung der inneren Räume wird immer dringlicher. Die großen Fragen des Lebens (Parzival Epoche) suchen nach Antworten. Diese wollen im Leben erprobt werden. Im Sozialpraktikum haben sie die Gelegenheit, sich den Fragen hautnah zu stellen, die im Krankenhaus, Altenheim, Pflegeeinrichtungen etc. täglich beantwortet und ausgehalten werden müssen. Die soziale Urteilsfähigkeit steht bei diesem dreiwöchigen Praktikum im Mittelpunkt und immer wieder auf dem Prüfstand.

Wie Sie an den Beschreibungen erkennen können, sind unsere drei Praktika in erster Linie keine sogenannten Berufsfindungspraktika. Sie sollen Herausforderungen der jeweiligen Altersstufe auf drei unterschiedlichen Ebenen darstellen.

Das Bedürfnis, sich in einem (handwerklichen) Ausbildungsberuf einmal umzusehen und zu erproben, versuchen wir seit einigen Jahren durch ein zusätzliches Praktikum in der 10. Klasse zu befriedigen. Die Dauer und einzelnen Rahmenbedingungen haben immer wieder eine Veränderung erfahren. Wichtig ist uns auch hierbei, dass die Schüler*innen über das Hospitieren hinaus ins praktische Tun und echte Eintauchen in die Arbeitswelt gelangen. Wir sind noch auf der Suche nach der besten Form.

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