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Vorankündigung

Vom 29. September bis zum 2. Oktober 2022
gastiert die Wanderausstellung „Der lange Weg – Aus Vergangenheit lernen – Zukunft gestalten” des Verbands Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Schleswig-Holstein in der Freien Waldorfschule Flensburg.


In diesem Rahmen wird auch das Projekt Gedenkstelle Valentiner Allee vorgestellt. Der handwerkliche Teil der Gestaltung des Ortes soll dann bereits abgeschlossen sein, die künstlerische Gestaltung wird anhand einer Präsentation von Skizzen und eines Modells der Skulptur gezeigt.


Voraussichtliches Programm (Stand 30.05. 2022):

Donnerstag, 29.09. 2022

  • am Vormittag: Themenbezogene Workshops für die Oberstufenschüler*innen der Freien Waldorfschule
  • am Abend: Öffentliche Veranstaltung
  • 18:00 Uhr Einweihung der Gedenkstelle / Grußwort von Matthäus Weiß, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Schleswig-Holstein sowie von weiteren Gästen (angefragt)
  • 19:30 Uhr  Vortrag von Dr. Sebastian Lotto-Kusche (im Großen Saal der FWS)

Freitag, 30.09. 2022

  • von 14 – 18 Uhr ist die Ausstellung auch für die Öffentlichkeit zugänglich

Samstag und Sonntag, 01. und 02. 10. 2022

  • jeweils von 11 – 16 Uhr ist die Ausstellung auch für die Öffentlichkeit zugänglich

 

 

Projekt Erinnerungsstelle für die 1935 an die Valentiner Allee zwangsumgesiedelten und später deportierten Flensburger Sinti

Seit dem 2. August 2008 erinnert eine Bronzetafel am Haus Norderstraße 104 in Flensburg an sechs Mitglieder der Familie Weiß, Hausbewohnerinnen und Hausbewohner, die hier stellvertretend für alle ermordeten Flensburger Sinti genannt werden. Die Inschrift verweist auf ein Lager in der Valentiner Allee, in das die betroffenen Familien Ende des Jahres 1935 zwangsumgesiedelt worden waren und bis zum Mai 1940 unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten. Letztlich wurden, soweit bis heute bekannt, ungefähr 40 bis 50 Flensburger Sinti von dort über Hamburg in das von Deutschland besetzte Generalgouvernement nach Belzec (Polen) deportiert. Längst sind noch nicht alle Spuren der deportierten Mitbürgerinnen und Mitbürger rekonstruiert, noch immer ergeben sich durch zufällige Aktenfunde oder breit angelegte Recherchen neue Erkenntnisse. Die erlittene Verfolgung, die nach 1945 weiterhin anhielt und erst gegen Ende der Siebzigerjahre (!) allmählich einem angemessenen Bewusstsein in der Mehrheitsbevölkerung wich, hat tiefe Wunden hinterlassen, die zu heilen viel Zeit und unser aller Empathie erfordert.

Im Herbst 2018 entstand bei einer kleinen Gruppe von Kolleginnen und Kollegen der Freien Waldorfschule Flensburg der Wunsch, dem Gedenken an die Opfer dieser Verbrechen an der Valentiner Allee einen Raum zu geben und diesen dort angemessen zu gestalten. Die Schulgemeinschaft könnte damit ihren Teil dazu beitragen, die Erinnerung an die vertriebenen Flensburger Mitbürgerinnen und Mitbürger lebendig zu erhalten. Zudem ließe sich in unmittelbarer Nähe zum Standort des ehemaligen Lagers (Steinfelder Weg 41 und 43) so eine weitere Station zu den Flensburger Erzählorten (FLEO 2020) hinzufügen.
Aufgehalten durch die Corona-Situation, konnte das Projekt – Stand Januar 2022 – noch nicht abgeschlossen werden, das gestalterische Konzept liegt jedoch vor.

 

Constanze Hafner


Kontakt: gedenkstelle@waldorfschule-flensburg.de