Waldorf-Krisenteam in Haiti
27.01.10 14:41:00 Uhr

KARLSRUHE (NNA). Die internationale Waldorf-Organisation Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners plant eine waldorfpädagogische Krisenintervention in Haiti, um den vom verheerenden Erdbeben psycho-traumatisierten Kindern bei der Verarbeitung des entsetzlichen Erlebnisses zu helfen.
„Zur Anregung der natürlichen Selbstheilungsprozesse und um eventuellen Spätfolgen entgegen zu wirken, wollen die Freunde der Erziehungskunst Mitte Februar ein notfallpädagogisches Kriseninterventionsteam bestehend aus Pädagogen, Psychologen, Therapeuten, Ärzten und Übersetzern in die Krisenregion entsenden,“ erklärte der Verein in einer Pressemitteilung.
Die in Haiti herrschende Extremsituation setze vor allem rund zwei Millionen Kinder einer akuten Gefahr aus. Die Trennung und der Verlust von Familien, körperliche Verletzungen, die allgegenwärtige, unmittelbare Konfrontation mit Tod und Zerstörung brächten psychische Traumatisierungen mit sich, die die betroffenen Kinder ihr Leben lang prägen würden, so die Organisation. Unter all den Naturkatastrophen wirkten sich zudem Erdbeben als besonders verunsichernd aus, da das anscheinend feste und sichere Element Erde als unzuverlässig und gar lebensbedrohlich erfahren werde.
Die Kriseninterventionsteams der Freunde der Erziehungskunst haben schon in vorausgegangenen Nothilfeeinsätze im Libanon, China, Gaza und jüngst in der ebenfalls von einem Erdbeben zerstörten Region in West-Sumatra, Indonesien positive Erfahrungen gesammelt.
Da sich die Kosten für eine nothilfepädagogische Krisenintervention auf ca. 30.000 Euro belaufen, können die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ trotz des ehrenamtlichen Einsatzes des Notfallteams alle anfallenden Kosten nicht alleine tragen. Der Verein bittet daher für das laufende Projekt dringend um Spenden (siehe unten).
Die Menschenkunde der Waldorfpädagogik, ihr Verständnis seelischer Prozesse und ihre vielfältigen rhythmischen und künstlerischen Methoden lösen seelische Verkrampfungen und stärken den Menschen von innen. In gestalteten Unterrichts- und Spielphasen, im Freispiel und in Phasen kreativ-künstlerischer Gestaltung sollen durch das Trauma verschüttete personale Ressourcen freigesetzt und aktiviert werden. In der waldorfpädagogischen Notfallpädagogik kommen insbesondere plastisches-therapeutisches Gestalten, die Mal- und Zeichentherapie, Eurythmie sowie weitere waldorfpädagogisch-verwandte Methoden zum Einsatz, die den Betroffen ermöglichen, ihr Erleben non-verbal zu artikulieren.
END/nna/cva
Spenden: GLS Bank Bochum, BLZ 430 609 67, Konto: 13042010, Stichwort: „Pädag. Nothilfe“ www.freunde-waldorf.de
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